Politik

Kampf um Aleppo Rebellen durchbrechen Belagerungsring

Seit 2012 ist Aleppo geteilt. Um die Stadt vollständig zu erobern, kesseln syrische Regierungstruppen die Rebellen ein. Diese wehren sich mit einer blutigen, aber anscheinend erfolgreichen Gegenoffensive. Aktivisten melden Hunderte Tote.

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Nach dreiwöchiger Einkesselung durch syrische Regierungstruppen haben die Rebellen in der syrischen Stadt Aleppo nach Oppositionsangaben den Belagerungsring durchbrochen. Das verkündete die in Istanbul ansässige Nationale Koalition der Opposition auf Twitter. Auch die islamistische Miliz Ahrar al-Scham teilte mit, die Rebellen hätten "den Weg nach Aleppo frei gemacht".

Zuvor hatte bereits die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte über bedeutende Geländegewinne der islamistischen Milizen in Aleppo berichtet. Die Fateh-al-Scham-Front, die bis vor kurzem Al-Nusra-Front hieß, habe zusammen mit Ahrar al-Scham mehrere Gebäude einer Militärakademie im Süden der Metropole in ihre Gewalt gebracht.

Die islamistische Armee der Eroberung könne nun die Versorgungsroute der Regierungstruppen unter Beschuss nehmen und womöglich sogar den Belagerungsring um die Rebellenviertel durchbrechen, berichtete die oppositionsnahe Organisation, die sich auf ein Netz von Informanten in Syrien stützt und deren Angaben nur schwer zu überprüfen sind.

300.000 Menschen sitzen fest

Die Regierungstruppen hatten vor drei Wochen den Ring um den Ostteil der Stadt geschlossen. Am 31. Juli starteten die Rebellen im Süden eine Gegenoffensive, um die Belagerung zu durchbrechen.

Bei den Kämpfen sind nach Angaben der Beobachtungsstelle seitdem mehr als 500 Kämpfer auf beiden Seiten getötet worden sowie mindestens 130 Zivilisten. Die meisten der Getöteten stammten demnach wegen der Luftangriffe der Regierungskräfte aus den Reihen der islamistischen Aufständischen.

Aleppo ist seit dem Sommer 2012 zwischen Regierung und Rebellen geteilt. Rund 300.000 Menschen sind in der Stadt eingeschlossen. Internationale Hilfsorganisationen schlagen seit Tagen angesichts der katastrophalen Lage der Bewohner Alarm.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP