Politik

"Neue Phase der Befreiung" Rebellen wollen ganz Aleppo erobern

f6516bff0c13115213fc403429dcd605.jpg

In Aleppo haben sich verschiedene islamistische Gruppen verbündet.

(Foto: REUTERS)

Wenn die Berichte der Rebellen stimmen, ist es eine der schwersten Niederlagen der Regierungstruppen im syrischen Bürgerkrieg bislang. Nachdem sie den Belagerungsring der Armee durchbrochen haben, nehmen die Aufständischen neue Ziele ins Visier.

Nachdem syrische Rebellen und mit ihnen verbündete Dschihadisten nach eigenen Angaben den Belagerungsring der Regierungstruppen in Aleppo durchbrochen haben, wollen sie die ganze Stadt einnehmen. "Wir kündigen den Anfang der neuen Phase für die Befreiung von ganz Aleppo an", teilte das Bündnis Dschaisch al-Fateh (Armee der Eroberung) in einer Erklärung mit. Dazu solle die Zahl ihrer Kämpfer verdoppelt werden.

"Wir werden nicht aufhören zu kämpfen, bis wir die Fahne der Eroberung auf der Zitadelle von Aleppo schwenken", hieß es in der Erklärung weiter. Die islamistische Miliz Ahrar al-Scham hatte zuvor im Kurznachrichtendienst Twitter erklärt, die Rebellen hätten das Viertel Ramussa im Süden Aleppos erobert und damit nach dreiwöchiger Einkesselung durch syrische Regierungstruppen den Belagerungsring durchbrochen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, auch am Sonntag habe es im Süden Aleppos vereinzelte Gefechte und Luftangriffe gegeben. Die oppositionsnahe Organisation beruft sich auf ein Netz von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind nur schwer zu überprüfen.

Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sprach von einem der schwersten Rückschläge für die Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkriegs 2011. Laut Beobachtungsstelle konnte allerdings keiner der seit Wochen in Aleppos Rebellenvierteln eingeschlossenen Zivilisten fliehen, da die von den Rebellen kontrollierte Route Richtung Südwesten "zu gefährlich und nicht abgesichert" sei. In den von syrischen Regierungstruppen gehaltenen Vierteln waren Schätzungen zufolge nun 1,2 Millionen Menschen eingekesselt.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP