Politik

Überfall in Thüringen Rechtsextreme verprügeln Feiernde

Vermummte stürmen eine Feier und verprügeln mehrere Gäste brutal. Einige Gäste werden so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus müssen. Jetzt steht fest: Der Angriff kam aus der rechtsextremen Szene. Festgenommen wird allerdings niemand.

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NPD-Anhänger bei einem Aufmarsch in Berlin.

(Foto: Reuters)

Der Überfall auf eine Festgesellschaft in der Thüringer Gemeinde Ballstädt ist nach Angaben von Innenminister Jörg Geibert von Rechtsextremen verübt worden. "Es ist eindeutig, dass aus dem rechten Bereich Gewalt ausgegangen ist", sagte Geibert. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten sich zunächst nicht festgelegt. Zwei der zehn Verletzten liegen noch im Krankenhaus. Nach Darstellung von Augenzeugen und dem Bürgerbündnis gegen Rechts in Ballstädt soll es sich um einen Überfall von rund 20 Rechtsextremen gehandelt haben. Die vermummten Angreifer hatten die Feiernden in der Nacht zum Sonntag überfallen und zehn Menschen brutal verprügelt.

Bereits am Sonntag sei die Ermittlergruppe zur Aufklärung rechtsextremer Straftaten in Ballstädt gewesen, berichtete Geibert. Zahlreiche Spuren seien gesichert worden. Einige Täter seien bekannt. Nach Angaben der Erfurter Staatsanwaltschaft wird zurzeit gegen vier Verdächtige wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs ermittelt. Festnahmen habe es nicht gegeben, da kein dringender Tatverdacht bestehe, sagte Sprecher Hannes Grünseisen. Er sprach von Ermittlungen in alle Richtungen.

Wächst die Gewaltbereitschaft?

Geibert warnte vor einer wachsenden Gewaltbereitschaft der rechten Szene in Thüringen. "Ich sehe das mit Besorgnis", sagte der Innenminister. Erst am Samstag war ein Einsatzleiter der Polizei bei einer Demonstration von Rechtsextremisten in Weimar verletzt worden.

Sozialministerin Heike Taubert kündigte an, sich selbst in Ballstädt über die Geschehnisse zu informieren. Sie verurteilte den Überfall und die "unfassbare Brutalität" scharf. "Mit dieser Bedrohung und Gewalt zeigt der Rechtsextremismus einmal mehr seine ungeschminkte Seite", sagte die Spitzenkandidatin der SPD für die Landtagswahl im September.

Quelle: ntv.de, sko/dpa

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