Politik
Montag, 07. Mai 2012

Deutscher in Portugal festgenommen: Rechtsextremist tappt in Falle

Gerhard Ittner galt in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts in der rechten Szene als Scharfmacher. Während eines Prozesses 2005 sucht er das Weite und setzt sich ab. Seitdem wird er per internationalem Haftbefehl gesucht. In Portugal werden die Fahnder fündig. Jetzt sitzt er in Auslieferungshaft.

Gerhard Ittner in einer Aufnahme von 2004.
Gerhard Ittner in einer Aufnahme von 2004.(Foto: dpa)

Der seit sieben Jahren flüchtige Nürnberger Rechtsextremist Gerhard Ittner ist gefasst. Die portugiesische Polizei nahm den 53-Jährigen in der portugiesischen Stadt Montemor-o-Novo rund 100 Kilometer östlich von Lissabon fest, teilte die Staatsanwaltschaft Nürnberg mit. Derzeit befinde sich der Festgenommene in Auslieferungshaft. Seine Auslieferung nach Deutschland liege in der Hand der portugiesischen Gerichte. Nähere Angaben über Ittners Festnahme machte die Staatsanwaltschaft nicht.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte Ittner im April 2005 in Abwesenheit wegen Volksverhetzung und Verunglimpfung des Staates zu einer Haftstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Ittner hatte an einem Teil des sich über mehrere Wochen hinziehenden Prozesses teilgenommen; als sich abzeichnete, dass ihm eine mehrjährige Haftstrafe drohen könnte, war der damals 46-Jährige nicht mehr im Prozess aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin mit einem internationalen Haftbefehl nach dem untergetauchten Angeklagten fahnden – jahrelang ohne Erfolg.

Der ursprünglich aus Zirndorf (Landkreis Fürth) stammende Ittner galt in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts in der rechten Szene als Scharfmacher. Für wachsende Nervosität bei Nürnberger Politikern und Sicherheitsbehörden hatte er gesorgt, als er im Jahr 2003 erstmals einen Aufmarsch auf dem früheren Reichsparteitagsgelände der NSDAP plante und durchsetzte.

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Quelle: n-tv.de