Politik
Wahlplakate der Mugabe-Kampagne von 2008 in Harare.
Wahlplakate der Mugabe-Kampagne von 2008 in Harare.(Foto: AP)
Freitag, 17. November 2017

"Es gibt kein Zurück": Regierungspartei droht, Mugabe zu feuern

Das Ende von Präsident Robert Mugabe in Simbabwe ist besiegelt: Nach dem Militär stellt sich auch seine eigene Partei gegen ihn und bereitet ein Amtsenthebungsverfahren vor. Sein potenzieller Nachfolger kehrt in das südafrikanische Land zurück.

In Simbabwe wächst der Druck auf Präsident Robert Mugabe, sein Amt niederzulegen. Am Wochenende will seine Regierungspartei Zanu-PF eine Resolution zur Entlassung des 93-Jährigen verfassen und ein Amtsenthebungsverfahren in der kommenden Woche einleiten. "Es gibt kein Zurück", sagte ein führender Zanu-PF-Vertreter zu Reuters. "Wenn er stur bleibt, werden wir es so einrichten, dass er Sonntag gefeuert wird. Wenn das getan ist, kommt es am Dienstag zum Amtsenthebungsverfahren."

Mugabe weigert sich bisher nach dem Putsch des Militärs abzutreten. Die Streitkräfte erklärten, derzeit würden Gespräche mit ihm geführt. Es seien "bedeutende Fortschritte" beim Vorgehen gegen die "Kriminellen rund um Mugabe" erzielt worden. Wir haben einige der Kriminellen gefasst, andere sind derweil noch auf freiem Fuß", erklärte ein Armeesprecher im besetzten Staatsfernsehen. Die Öffentlichkeit werde so schnell wie möglich über den Stand der Dinge informiert.

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Die Armee hatte die Macht in Simbabwe am Mittwoch übernommen. Damit will sie verhindern, dass Mugabe seine 52-jährige Ehefrau Grace als Nachfolgerin an der Staatsspitze installiert. Ihr Aufstieg und der ihr nachgesagte ausschweifende Lebensstil werden selbst von vielen Anhängern des Staatschefs abgelehnt. Mugabe selbst ist bereits seit 37 Jahren im Amt.

Der Staatschef war am Freitag zum ersten Mal seit der Machtergreifung des Militärs wieder öffentlich aufgetreten. Gekleidet in einen blauen Talar besuchte der 93-Jährige die Abschlussfeier einer Universität in der Hauptstadt Harare. Seine Teilnahme könnte auf eine Lockerung seines Hausarrests hindeuten.

Vizepräsident kehrt zurück

Als neuer Staatschef zeichnet sich der von Mugabe entlassene Vizepräsident Emmerson Mnangagwa ab. Er kehrte nach Angaben aus seinem Umfeld in das südafrikanische Land zurück, nachdem er vergangene Woche abgesetzt worden war und Simbabwe verlassen hatte. Mnangagwa unterhält enge Verbindungen zum Militär.

Auch die USA sprachen sich für einen Wechsel in dem afrikanischen Land aus. "Worauf wir wirklich hoffen ist, dass dies für Simbabwe ein Übergang in eine neue Ära ist", sagte der für Afrika zuständige Unterstaatssekretär Donald Yamamoto zu Reuters. Wenn Simbabwe einen wirtschaftlichen und politischen Reformprozess einleite, würden die USA die Aufhebung ihrer Sanktionen erwägen, stellte er in Aussicht. Washington hatte Mugabe in der Vergangenheit immer wieder Menschenrechtsverstöße und Wahlbetrug vorgeworfen.

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Quelle: n-tv.de

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