Politik

CDU-Debatte im "ntv Frühstart" "Regionalkonferenzen brauchen wir nicht"

Die Union braucht einen neuen Parteivorsitzenden und streitet über das Wann und Wie. Im "ntv Frühstart" fordert der CDU-Mitgliederbeauftragte Otte, auf Regionalkonferenzen und eine Mitgliederbefragung diesmal zu verzichten.

Der CDU-Mitgliederbeauftragte Henning Otte hat sich dafür ausgesprochen, bei der Entscheidung über den Bundesvorsitz auf Regionalkonferenzen zu verzichten. Ein solches Verfahren hatte er selbst bei der letzten Vorsitzendenwahl mit angeregt, "um darzustellen, dass die Partei sich ein eigenes Bild machen muss. Die Namen sind immer noch im Spiel, die damals auch auf der Bühne waren. Deswegen sag ich mal: Eine Regionalkonferenz brauchen wir nicht", sagte Otte im "ntv Frühstart". Die CDU brauche jetzt ein klares Profil, "um zu sagen: Wer kann unsere Partei und unser Land in die nächste Legislaturperiode führen? Die Herausforderungen sind riesengroß, und da werden wir, und das ist auch ein klarer Beschluss unseres Bundesparteitages, keine Mitgliederbefragung durchführen, keine Urwahl". Das sei auch auf dem letzten Bundesparteitag noch mal mit großer Mehrheit festgelegt worden.

Die CDU habe nun die Erfahrung gesammelt, dass es für sie "nicht besonders gut ist, wenn Parteiamt und Kanzlerpersönlichkeit auseinanderfällt, sondern wir müssen dieses wieder zusammenführen", so Otte im "ntv Frühstart". Dann sei der bevorzugte Weg, "einen Kanzlerkandidaten zu nominieren, zu wählen, der dann auch die Partei übernimmt und von vorne führt".

Mit Blick auf Thüringen stellte der Mitgliederbeauftragte ein "Verlangen" unter den Parteimitgliedern fest, "die Haltung festzulegen, zu sagen: Wofür stehen wir? Und wir stehen als Union dafür, dass wir nicht mit Extremisten zusammenarbeiten. Das ist einmal unsere Geschichte, aber das ist auch unsere Zukunftsperspektive: zu sagen, weder mit der AfD noch mit der Linkspartei", so Otte. Beide Parteien seien zwar nicht im Kern vergleichbar, aber "in der Ziellinie" wolle man nicht mit ihnen zusammenarbeiten.

Von der Werteunion grenzte Otte die Partei ab. Es sei ein eingetragener Verein, "der die Werte an sich nicht bestimmt. Da sind auch CDU-Mitglieder dabei, die Werteunion gehört aber nicht zur Vereinigungsfamilie der CDU", sagte er. Sie könne gerne einen Beitrag dazu leisten, Deutschland stabil zu halten. "Aber die Werte vertritt die CDU Deutschland."

Quelle: ntv.de, fni