Politik

906 Euro im Durchschnitt Renten steigen stärker als die Inflation

104811778.jpg

Im Alter zählt jeder Euro: Aktuell liegt das Rentenniveau bei rund 48 Prozent.

(Foto: picture alliance / Felix Kästle/)

Im zu Ende gehenden Jahrzehnt liegen die Aufschläge bei den Zahlungen an die deutschen Rentner einem Bericht zufolge deutlich über dem Anstieg der Verbraucherpreise. Grund zum Feiern sieht Linken-Sozialexpertin Zimmermann jedoch nicht.

Wie hat sich die Einkommenssituation der Rentner in Deutschland im Verhältnis zur allgemeinen Teuerung in den vergangenen Jahren entwickelt? Die Renten sind laut einem Zeitungsbericht in der zurückliegenden Dekade im Schnitt deutlich stärker gestiegen als die Inflation.

Der durchschnittliche monatliche Zahlbetrag bei den gesetzlichen Altersrenten sei von 740 Euro im Jahr 2010 auf 906 Euro im Jahr 2018 gestiegen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Daten aus dem Bundesarbeitsministerium und von der Rentenversicherung.

Dies entspreche einem Anstieg der durchschnittlichen Rentenzahlung um 22,4 Prozent, heißt es in dem Bericht. Dagegen habe nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums das Preisniveau zwischen 2010 und 2018 lediglich um 11,4 Prozent zugenommen.

30 Prozent Teuerung seit 2000

Im ersten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende - als die Inflationsraten und das Leitzinsniveau der Europäischen Zentralbank (EZB) noch deutlich höher lagen - war die Entwicklung für die Rentnerinnen und Rentner laut RND dagegen noch viel ungünstiger verlaufen. Der durchschnittliche Zahlbetrag bei den Altersrenten stieg demnach zwischen 2000 und 2010 um sechs Prozent, die Inflation dagegen um 16,6 Prozent.

Die Sozialexpertin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, warnte jedoch, es bestehe "definitiv kein Anlass für die Bundesregierung, sich auf den stärkeren Rentenerhöhungen der letzten Jahre auszuruhen". Diese seien kein politischer Verdienst, sondern "allein der starken Konjunktur geschuldet". Im gesamten Zeitraum der Jahre 2000 bis 2018 lag der Anstieg der Durchschnittsrente und der Inflation dem Bericht zufolge in etwa auf dem gleichen Niveau von rund 30 Prozent.

Die gesetzliche Rente müsse gestärkt werden, unter anderem durch Erhöhung des Rentenniveaus auf 53 Prozent, sagte Zimmermann dem RND. Das Rentenniveau - also das Verhältnis zwischen Rente und dem Durchschnittseinkommen aller Sozialversicherten - liegt derzeit bei etwa 48 Prozent.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP