Politik

"Das ist erratisches Verhalten"Röttgen: Der Iran ist gerade glaubwürdiger als Trump

24.03.2026, 10:12 Uhr
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US-Präsident Trump sagt, er verhandele mit dem Iran - der aber widerspricht. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen glaubt in dieser Frage eher dem Regime. Ein schnelles Kriegsende ohne Sturz der Mullahs sieht er allerdings kritisch.

Nach dem aufgeschobenen Ultimatum von Donald Trump gegen den Iran kritisiert der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen den US-Präsidenten. Auf die Frage, wem er mit Blick auf angebliche Verhandlungen zwischen USA und Iran glaube, sagte Röttgen im Frühstart von ntv: "Man muss man wahrscheinlich antworten, dass hier die iranische Seite über mehr Glaubwürdigkeit verfügt."

Trump hatte behauptet, es gebe gute Gespräche über ein Kriegsende, und hatte deshalb die angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke um fünf Tage verschoben. Der Iran aber dementierte, dass es Verhandlungen mit den USA gibt.

Hier zeige sich die Schwäche von Trumps Kriegsführung, so der Unionsfraktionsvize. Er spreche Drohungen aus und nehme sie dann mit einer Behauptung zurück, der die iranische Regierung auch noch widerspreche. "Also, es sieht nicht gut aus für die Rolle von Trump hier." Offenkundig gebe es kein strategisches Vorgehen der USA. "Das ist ein erratisches Verhalten, ein widersprüchliches Verhalten."

"Es ist in unserem Interesse, wenn das Regime stürzt"

Ein baldiges Kriegsende ohne den Sturz des iranischen Regimes hält Röttgen nicht für wünschenswert. "Wenn man das einmal begonnen hat, dann ist es auch unbedingt wichtig, dass bestimmte Ziele erreicht werden." Das iranische Regime habe der Welt bewiesen, dass es sich den Schlüssel für die Straße von Hormus auch von den USA nicht wegnehmen lasse. Überlebe das Regime, und habe zudem weiterhin angereichertes Uran, gehe es sogar gestützt aus dem Krieg hervor, so der CDU-Außenexperte.

"Dann wäre das am Ende eine strategische Stärkung des Regimes und eine bleibende strategische geopolitische Schwächung der USA", so Röttgen. Die Amerikaner müssten das verhindern. "Es ist in unserem Interesse, wenn das iranische Regime stürzt, es wäre nicht in unserem Interesse, wenn die USA verlieren." Andernfalls seien Deutschland, die Europäer und auch die Golfstaaten dauerhaft vom Iran erpressbar.

Die Gefahr für Deutschland durch iranische Langstreckenraketen hält Röttgen für real. "Wir müssen nicht Angst haben, aber wir müssen das sehen, was manche schon seit langem sagen: Dieses Regime ist auch eine Bedrohung für uns." Offensichtlich könne der Iran Langstreckenraketen produzieren und sei weiterhin in der Lage, sie auch abzuschießen. Der Iran hatte am Wochenende zwei Raketen in Richtung des 4000 Kilometer entfernten US-britischen Stützpunktes Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert.

Die deutschen Abwehrmöglichkeiten hält Röttgen aber für ausreichend. "Wir haben eine funktionierende Luftverteidigung, wir bauen sie aus." Deutschland und Europa investierten derzeit Milliarden. "Wir sind sicher und wir steigern die Sicherheit weiter."

Quelle: ntv.de, psc

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