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"SPD manchmal eine Dramaqueen" Rot-rote Geywitz hält GroKo-Frage offen

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Scholz und Geywitz wollen SPD-Vorsitzende werden.

(Foto: dpa)

Kaum jemand außerhalb Brandenburgs kannte sie bis vor Kurzem, jetzt bewirbt sich Klara Geywitz an der Seite von Finanzminister Olaf Scholz für den SPD-Vorsitz. In einem Interview sagt sie, wie sie es mit der GroKo hält.

Klara Geywitz, Kandidatin für den SPD-Vorsitz an der Seite von Olaf Scholz, sieht sich selbst keineswegs als Garantin für die Große Koalition. "Ich bin seit zehn Jahren Abgeordnete in einer rot-roten Koalition. Man kann die Probleme im Land nur lösen, wenn man regiert - das heißt aber nicht, dass wir zwangsläufig für die Große Koalition stehen", sagte die Landtagsabgeordnete aus Brandenburg der "Rheinischen Post".

Andere Kandidaten-Duos wie etwa Karl Lauterbach und Nina Scheer hatten sich klar gegen die GroKo positioniert. Scholz und Geywitz verweisen lediglich auf den Parteitag im Dezember, auf dem die SPD über die Fortsetzung der gemeinsamen Regierung mit der Union entscheiden will.

Geywitz sagte der Düsseldorfer Zeitung, die "große Herausforderung unserer Generation" sei es, "den Planeten für unsere Kinder und Enkelkinder zu bewahren". Ökologie und soziale Fragen müssten zusammengebracht werden. Ebenso gehe es darum, die Schere zwischen Arm und Reich wieder zu schließen. Die sei ein Grund, warum viele Menschen trotz Rekordbeschäftigung und Lohnsteigerungen unzufrieden seien. So hätten etwa Kinder im gegenwärtigen Hartz-IV-System nichts zu suchen. Um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen, bräuchten diese eine eigene Absicherung. 

SPD manchmal eine "Dramaqueen"

Auf die Frage, ob Deutschland genug investiere, verwies sie darauf, dass der Fachkräftemangel ein Grund sei, warum bereitstehende Gelder nicht ausgegeben würden. Zugleich forderte sie die Deutsche Bahn auf, ihre Bauvorhaben schneller zu planen und abzuschließen. "Der Zug von Berlin nach Breslau braucht heute länger als vor dem Zweiten Weltkrieg. Das ist leider kein Witz."

Die SPD wolle sie führen, weil sie sie "vom ganzen Herzen" möge. Die SPD werde gebraucht. "Ihre Aufgabe ist es, das Bündnis der Starken mit den Schwachen im Land zu organisieren." Die SPD müsse dafür sorgen, dass die Löhne steigen und es gerecht zugeht. Ihre Partei sei manchmal aber die "Dramaqueen" der Parteienlandschaft. Das liege auch daran, dass SPD-Mitglieder ungeduldig seien. Sie wollten die Welt verbessern und täten sich mit Kompromissen manchmal schwer.

Als Olaf Scholz sie fragte, ob sie gemeinsam mit ihm kandidieren würde, habe sie dennoch "erstmal geschluckt". Sie habe Scholz aber als "angenehmen, ruhigen und sehr verlässlichen Menschen in der Politik kennengelernt". Der Prozess des Nachdenkens sei daher "relativ kurz" gewesen. Auf die Frage, was sie besser könne als Olaf Scholz, antwortete sie: "Olaf Scholz kann viele Dinge sehr gut erklären und ich kann die Sachen auf den Punkt bringen."

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Quelle: n-tv.de, vpe

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