Politik

Iran missbilligt US-Präsidenten Ruhani nennt Trump "globalen Unruhestifter"

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US-Präsident Trump ist für den iranischen Präsidenten Ruhani der Grund für "mehr Ärger".

(Foto: picture alliance/dpa)

Nur einen Tag nachdem Irans oberster Führer Chamenei Donald Trump und seinen Außenminister als "Clowns" bezeichnet, findet auch Präsident Ruhani eindeutige Worte für den Staatschef der USA. Gleichzeitig wiederholt er seine Verhandlungsbereitschaft - unter einer Bedingung, die Trump vehement ablehnt.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat US-Präsident Donald Trump als "globalen Unruhestifter" bezeichnet und ihm vorgeworfen, die Lage in vielen Weltregionen verschlechtert zu haben. Es gebe mehr Krisen, als vor Trumps Amtszeit, sagte Ruhani in einer Rede in Sahedan im Südostiran. "In den vergangenen zwei Jahren haben er und die amerikanische Regierung weltweit nur Unruhe gestiftet", fügte Ruhani hinzu. "Nicht nur im Iran, sondern auch im Irak, in Syrien, im Libanon, in Afghanistan, überall hat er nur für mehr Ärger gesorgt", warf Ruhani Trump im Nachrichtensender Chabar vor.

Die USA bezichtigen hingegen den Iran, den Nahen Osten zu destabilisieren und Terrororganisationen zu unterstützen. Seit dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen im Mai 2018 haben die Spannungen zwischen beiden Ländern wieder stark zugenommen. Bisheriger Höhepunkt war die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani Anfang des Monats und wenige Tage später ein iranischer Vergeltungsangriff auf Militärbasen im Irak, auf denen auch US-Soldaten stationiert waren.

Ruhani betonte, der Iran habe bewiesen, dass er nicht nur zum Widerstand, sondern auch zu diplomatischen Initiativen fähig sei: "Wir werden daher auch weiterhin jede Gelegenheit nutzen, um Differenzen zu überwinden und Lösungen zu finden." Nur erwarte der Iran von der Gegenseite Respekt für das Land und und die Iraner. Ruhani hatte mehrmals betont, dass der Iran zu Verhandlungen mit den USA bereit seien. Bedingung sei jedoch, dass die Amerikaner die Sanktionen gegen das Land aufheben und zum Wiener Atomabkommen zurückkehren. Das aber lehnt Trump ab.

Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hatte Trump und dessen Außenminister Mike Pompeo am Freitag als "Clowns" bezeichnet. Ihre Behauptungen, hinter der iranischen Bevölkerung zu stehen, seien verlogen. "Auch wenn, dann nur, um einen giftigen Dolch in die Brust des iranischen Volkes zu stoßen", sagte Chamenei im Freitagsgebet in Teheran. Trump warnte Chamenei daraufhin auf Twitter. "Er sollte sehr vorsichtig mit seinen Worten sein!" Der US-Präsident schrieb, die Wirtschaft des Irans breche zusammen, das Volk leide.

Quelle: ntv.de, agr/dpa