Politik

Von Amazon vom Netz genommen Russen bringen Parler wieder online

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Parler glaubt, dass hasserfüllte Inhalte auf seiner App von der Verfassung geschützt sind.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Die Twitter-Alternative Parler soll mit russischer Hilfe wieder ans Netz gehen, obwohl viele App-Anbieter wie Google und Apple den Dienst geblockt haben. Parler gilt als Anlaufstelle für Rechtsextremisten und bietet Kritikern zufolge keine ausreichenden Regelungen zum Schutz vor gefährlichen Inhalten.

Die bei Anhängern von US-Präsident Donald Trump beliebte Twitter-Alternative Parler ist mit russischer Hilfe teilweise wieder online. Am Montag war auf dem Netzwerk allerdings nur eine Botschaft des Firmenchefs John Matze zu sehen, in der er erklärt, man arbeite an der Wiederherstellung der Funktionen der sozialen Plattform.

Der Internet-Experte Ronald Guilmette sagte Reuters, die jetzt von Parler benutzten Internet-Adressen gehörten der Firma DDos-Guard, die von zwei Russen geleitet werde. DDos-Guard hat in der Vergangenheit mit rassistischen Internet-Seiten zusammengearbeitet. Zudem hat das Unternehmen Seiten der russischen Regierung unterstützt. Weder Matze noch DDos-Guard antworteten zunächst auf Reuters-Anfragen. DDos-Guard führe auf seiner Webseite zwar eine Adresse in Schottland unter dem Firmennamen Cognitive Cloud LP auf, erklärte Guilmette. Diese Firma gehöre allerdings zwei Russen aus Rostow am Don. Einer der beiden Männer hatte der Zeitung "Guardian" vor kurzem gesagt, ihm seien nicht alle Inhalte bekannt, die über die Firma verbreitet würden.

Amazon, Google und Apple haben die Parler-App blockiert. Die Unternehmen führten an, dass die Plattform keine ausreichenden Regelungen zum Schutz vor gefährlichen Inhalten biete. Amazon nannte als Beispiel Beiträge wie "Nur ein toter Demokrat ist ein guter Demokrat. Kill'em all." Parler entgegnete, die meisten problematischen Beiträge seien entfernt worden. Beleidigungen - wie etwa gegen die ehemalige First Lady Michelle Obama - seien zwar hasserfüllt, aber durch die Verfassung geschützt.

Der 2018 gestartete Dienst war zunächst eine Heimat für Rechtsextremisten. Seitdem aber Netzwerke wie Facebook und Twitter aktiv gegen Falschmeldungen sowie rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte vorgehen, haben Plattformen wie Parler, Newsmax und Rumble Zulauf bekommen.

Quelle: ntv.de, mba/rts/AFP