Politik

Kreml-Truppen in der Falle Russische Kriegsblogger melden Einkesselung von Lyman

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Ein russischer Kämpfer unweit von Lyman.

(Foto: IMAGO/SNA)

Die Befreiung der ukrainischen Stadt Lyman steht offenbar kurz bevor. Laut Informationen russischer Blogger ist der Ort vollständig von den Truppen Kiews umzingelt. Der russischen Garnison droht die Vernichtung.

Die Lage rund um die ostukrainische Stadt Lyman in der Region Donezk spitzt sich für die russischen Truppen offenbar weiter zu. Mehrere russische Kriegsblogger melden schwere Gefechte und die Einkreisung der Stadt durch ukrainische Verbände. Damit wären die dort kämpfenden russischen Einheiten von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten.

"Um Mitternacht gelang es den Streitkräften der Ukraine, Lyman tatsächlich in einen Kessel einzuschließen", teilt der russische Telegram-Kanal Rybar in der Nacht mit. Sollte es den russischen Streitkräften nicht innerhalb eines Tages gelingen, entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, stehe der Stadt das gleiche Schicksal wie Balaklija bevor, heißt es dort. Der Ort in der Region Charkiw wurde Anfang September im Zuge der ukrainischen Gegenoffensive befreit.

Auch das US-Institut Insitute for the Study of War (ISW) schreibt unter Berufung auf kremltreue Blogger, dass Kiews Truppen die Einkesselung anscheinend abgeschlossen haben. Demnach sollen ukrainische Einheiten die russische Verteidigungslinie bei Stawky, zehn Kilometer nördlich von Lyman, durchbrochen haben. Auch die Straße von der Ortschaft Torske über Lyman nach Drobyschewe sei für die russischen Truppen nicht mehr nutzbar. Diese stelle die letzte Versorgungs- und Fluchtroute für die russischen Truppen dar, die die Linie westlich von Lyman halten.

Der Blogger Wargonzo bezeichnet die Lage als "extrem schwierig". Dabei nennt er Elemente des Freiwilligenbataillons "Russische Legion", des 752. motorisierten Schützenregiments und der 20. Gardearmee, die sich rund um Drobyschewe und Lyman aufhalten. Der Fall von Lyman an die ukrainischen Truppen stehe unmittelbar bevor, wenn die russischen Kräfte nicht sofort verstärkt würden. Der US-Militäranalyst Rob Lee zitiert einen weiteren russischen Militärkorrespondenten, wonach ukrainische Angriffe auch auf die Verbindungslinie zwischen Lyman und Kreminna zielen. "Es klingt unwahrscheinlich, dass Russland einen Abzug ohne hohe Verluste durchführen kann", resümiert Lee.

Der Fall von Lyman wäre ein schwerer Schlag für den Kreml. Innerhalb weniger Wochen würde Moskau nach Isjum einen weiteren strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt verlieren. Mit der Befreiung wäre auch der Weg in die Etappenstädte Swatowe und Kreminna offen, die im Gebiet Luhansk liegen. Zudem würde der Verlust der russischen Einheiten in dem Kessel die Personalprobleme Moskaus im Donbass noch einmal verschärfen.

Quelle: ntv.de, jpe

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