Sender sucht AusweichmöglichkeitRussischer Angriff verwüstet ARD-Studio in Kiew
Russland beschädigt bei seinem Großangriff auf Kiew Wohngebäude, Büros und Schulen. Auch das ARD-Studio in der ukrainischen Hauptstadt wird verwüstet. Die Berichterstattung soll aber fortgesetzt werden.
Bei den nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew ist auch das ARD-Studio in der ukrainischen Hauptstadt massiv beschädigt und teilweise zerstört worden. Wie der Westdeutsche Rundfunk in Köln mitteilt, stürzten Wände ein, außerdem gingen Fenster kaputt und Technik wurde zerstört - wahrscheinlich durch eine Druckwelle. Da sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Studio befanden, wurde niemand verletzt.
Das ARD-Studio liegt im Zentrum von Kiew. Russland hatte die ukrainische Hauptstadt in der Nacht zum Sonntag mit Raketen- und Drohnenangriffen überzogen. Die ganze Nacht über waren laute Explosionen zu hören. An mehr als 40 Orten in Kiew wurden Wohngebäude, Büros und Schulen beschädigt. Zwei Personen starben in Kiew, wie der dortige Gouverneur Mykola Kalaschnyk mitteilte. Zwei weitere wurden in der umliegenden Region getötet. Zudem wurden 56 Menschen in Kiew verletzt. 30 von ihnen, darunter zwei Kinder, werden in Krankenhäusern behandelt.
Der WDR trägt die Verantwortung für das ARD-Studio in Kiew. Dem Sender zufolge muss die statische Sicherheit des beschädigten Gebäudes überprüft werden. Die Berichterstattung wird demnach über "mobile technische Lösungen und Ausweichmöglichkeiten" fortgesetzt. "Den eigenen Arbeitsplatz völlig verwüstet zu sehen, ist ein Schock", sagt ARD-Studioleiter Vassili Golod. Angesichts der seit Jahren anhaltenden massiven russischen Luftangriffe habe er "riesigen Respekt" vor dem ARD-Team, sich nicht einschüchtern zu lassen und weiter zu berichten.
Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte hat Russland bei dem Angriff 90 Raketen und Marschflugkörper sowie 600 Drohnen verschiedener Typen eingesetzt. Die ukrainische Flugabwehr konnte demnach 604 Ziele unschädlich machen, darunter 55 Raketen und Marschflugkörper sowie 549 Drohnen.
