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Eskalation vor der Krim-Küste Russland beschießt ukrainische Schiffe

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(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Ein ernster Zwischenfall im Meer vor der Halbinsel Krim löst neue Spannungen zwischen Russland und der Ukraine aus. Russische Grenzschützer sollen nach Angaben aus Kiew mehrere ukrainische Schiffe beschossen und beschlagnahmt haben.

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist es zu einer neuen Eskalation gekommen. Am Sonntagabend meldeten ukrainische Medien, Russland habe Schiffe des Nachbarlandes am Schwarzen Meer beschossen. Sechs Besatzungsmitglieder sollen den Angaben zufolge dabei verletzt worden sein. Zudem soll der russische Grenzschutz mindestens zwei dieser Boote beschlagnahmt haben. Moskau bestätigte den Zwischenfall.

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Seeblockade an der Einfahrt zum Asowschen Meer: Ein querliegender Frachter sperrt die Durchfahrt unter der neuen russischen Brücke bei Kertsch.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Zuvor hatte die ukrainische Marine bereits mitgeteilt, dass ein Schiff des russischen Grenzschutzes einen ihrer Marineschlepper gerammt habe. Ein Motor und der Rumpf des Schiffes seien dabei beschädigt worden. In der Ukraine kam daraufhin ein eilig einberufener Krisenstab zusammen. In dem Gremium sitzen neben dem Präsidenten Petro Poroschenko noch der Innenminister, der Verteidigungsminister und der Geheimdienstchef.

Nato ruft zur Zu Deeskalation auf

Die Lage hatte sich bereits am Sonntagmorgen zugespitzt, als drei ukrainische Schiffe nach Angaben aus Kiew die Meerenge zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer passieren wollten. Russland stoppte sie und sperrte die Meerenge ab. Kiew schickte daraufhin zwei weitere Schiffe zum Asowschen Meer. Diese kehrten inzwischen wieder um. Kurz darauf soll es zum Beschuss durch die russische Seite und zur Festsetzung der ukrainischen Seeleute gekommen sein.

Die Nato rief zu Zurückhaltung und Deeskalation auf. In einer Mitteilung hieß es, man verfolge die Entwicklungen im Asowschen Meer und in der Straße von Kertsch aufmerksam. "Wir haben Kontakt zu den ukrainischen Behörden." Die Nato unterstütze uneingeschränkt die Souveränität der Ukraine und ihre territoriale Integrität.

Ukraine: "gefährliche Manöver"

Russland hatte das Passieren der ukrainischen Schiffe als Provokation gedeutet. Das Nachbarland wolle eine "Konfliktsituation" schaffen, zitierten Medien aus einer Stellungnahme der russischen Behörden. Es würden alle Schritte unternommen, um eine Provokation zu verhindern. Russland warf demnach der ukrainischen Marine vor, die russische Grenze ohne Erlaubnis passiert zu haben. Kiew dementierte. Die Russen sprachen von "gefährlichen Manövern".

In Kiew hieß es den Angaben zufolge, Moskau verstoße gegen das UN-Seerechtsübereinkommen und den Vertrag zwischen der Ukraine und Russland zur Nutzung des Asowschen Meers und der Straße von Kertsch. Die Schiffe waren demnach in der Nacht zum Sonntag auf dem Weg von der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Mariupol am Asowschen Meer.

Das Asowsche Meer nordöstlich der Halbinsel Krim entwickelt sich seit Monaten zu einem weiteren Schauplatz des Konflikts der Nachbarländer. Das Verhältnis ist wegen der 2014 von Russland annektierten Krim und der Ostukraine, wo Moskau aus westlicher Sicht die prorussischen Separatisten militärisch unterstützt, zerrüttet.

Russische Kampfflugzeuge auf die Krim?

Kiew hatte angekündigt, die Präsenz der Marine im Asowschen Meer zu erhöhen. In den vergangenen Monaten hatten beide Seiten Fischkutter in dem Meer festgesetzt und beschlagnahmt. Am Sonntag soll Moskau auch zwei Kampfhubschrauber dort eingesetzt haben. Die Agentur Interfax berichtete, es sollten russische Kampfflugzeuge auf der Krim stationiert werden. Auf Bildern war zu sehen, dass ein großes Frachtschiff direkt unter der Brücke zur Halbinsel quer im Wasser stand und so die Durchfahrt blockierte.

Zuletzt hatte Kiew den Ton gegenüber Moskau verschärft. Das Justizministerium entzog dem Patriarchat der Russisch-Orthodoxen Kirche in Moskau das Nutzungsrecht für das orthodoxe Kloster Potschajiw in der Westukraine. Diese Übergabe sei «gesetzeswidrig» gewesen, hieß es. Das Moskauer Patriarchat warnte daraufhin: "Diese Entscheidung deutet auf den Beginn einer Verfolgung von orthodoxen Mönchen in der Ukraine hin."

Quelle: n-tv.de, bad/sgu/AFP/dpa

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