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Vorfall in Meerenge von Kertsch Russland übergibt beschlagnahmte Schiffe

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Ein Video zeigt den Vorfall zwischen der russischen Küstenwache und einem ukrainischen Marineboot.

(Foto: picture alliance/dpa)

Als die russische Küstenwache in der Straße von Kertsch drei ukrainische Marineschiffe beschießt und beschlagnahmt, befeuert der Vorfall den Konflikt zwischen Kiew und Moskau. Ein Jahr später verlassen die festgesetzten Boote jetzt einen Hafen der Halbinsel Krim für die Übergabe in neutrale Gewässer.

Russland will die drei vor einem Jahr beschlagnahmten ukrainischen Marineschiffe zurückgeben. "Entsprechend den mit der Ukraine getroffenen Vereinbarungen werden drei ukrainische Schiffe vom Hafen Kertsch zum vereinbarten Übergabepunkt geschleppt", teilte der Grenzschutz der russischen Geheimdienste der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit.

Die vor einem Jahr bei einem Zwischenfall in der Meerenge von Kertsch festgesetzten Boote verließen am Sonntag einen Hafen der Halbinsel Krim für die Übergabe in neutralen Gewässern des Schwarzen Meeres, wie der Radiosender Kertsch.FM berichtete. Ukrainische Schlepper erwarteten die Schiffe demnach vor der Küste des Krim-Ortes Alupka. Die Übergabe werde am Montag stattfinden. Dies wurde kurz nach der Ankündigung eines Ukraine-Gipfels, der am 9. Dezember in Paris stattfinden soll, bekannt gegeben.

Ende November 2018 hatte die russische Küstenwache in der Straße von Kertsch zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer drei ukrainische Marineschiffe beschossen und beschlagnahmt. Der Vorfall hatte den seit 2014 bestehenden Konflikt zwischen Kiew und Moskau weiter befeuert. 24 ukrainische Besatzungsmitglieder, die bei dem Vorfall festgenommen worden waren, wurden im Zuge eines Gefangenenaustausches mit Russland im September freigelassen.

Zu dem geplanten Ukraine-Gipfel im sogenannten Normandie-Format hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel wie auch den russischen Staatschef Wladimir Putin und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eingeladen. Der russische Präsidentenberater Juri Uschakow sagte in einer vom russischen Fernsehen ausgestrahlten Sendung, es bestehe "die Chance", dass der Gipfel "in diesem Jahr organisiert" werde. Er kenne aber nicht das genaue Datum, weil darüber noch diskutiert werde. Es war unklar, wann die Sendung aufgezeichnet wurde. Seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts im Frühjahr 2014 wurden bereits mehr als 13.000 Menschen getötet. Kiew und westliche Regierungen werfen Moskau vor, die Rebellen in der Ostukraine mit Waffen zu unterstützen. Moskau weist dies zurück.

Quelle: n-tv.de, jki/AFP/dpa

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