Politik

Übung im Gelben MeerRussland und China verkünden gemeinsames Marinemanöver

05.07.2026, 15:30 Uhr
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Eine russische Korvette und ein U-Boot der chinesischen Marine während einer Übung im Japanischen Meer 2024. (Foto: IMAGO/SNA)

Zwei Monate nach dem Staatsbesuch von Wladimir Putin in Peking folgt die nächste Machtdemonstration. Die Streitkräfte beider Nationen proben zusammen im Gelben Meer den Seekrieg. Auch Patrouillen sind geplant.

China und Russland haben gemeinsame Marinemanöver vor der chinesischen Küste angekündigt. Die Marineübung "Joint Sea-2026" werde in den "Gewässern und im Luftraum" vor Qingdao stattfinden, einem wichtigen Militärhafen im Osten Chinas, teilte das Verteidigungsministerium in Peking mit. Russischen Angaben zufolge sollen die Übungen am Montag beginnen.

Laut dem chinesischen Verteidigungsministerium sollen "einige Einheiten" beider Seiten auch eine gemeinsame Seepatrouille in nicht näher genannten Gebieten des Pazifischen Ozeans ausführen. Die Erklärung enthielt keine Einzelheiten zum Umfang der chinesisch-russischen Manöver. Diese zielten dem Ministerium zufolge darauf ab, "gemeinsam auf sicherheitspolitische Herausforderungen zu reagieren und den Frieden und die Stabilität in der Region zu wahren".

In einer separaten Erklärung des Nordkommandos der chinesischen Streitkräfte hieß es, dass zwei Zerstörer, eine Fregatte, ein U-Boot, ein Versorgungsschiff und ein Rettungsschiff an der Übung teilnehmen werden. In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass alle teilnehmenden Einheiten bereits in Qingdao eingetroffen seien. Die Manöver umfassen demnach Aufklärungsübungen und Angriffe sowie Luft- und Raketenabwehr.

Die russische Pazifikflotte teilte mit, dass die Manöver vom 6. bis 13. Juli im Gelben Meer abgehalten würden, das die koreanische Halbinsel von China trennt. In der von russischen Nachrichtenagenturen verbreiteten Erklärung hieß es, die Manöver umfassten neben gemeinsamen Rettungseinsätzen auch "U-Boot-Abwehr- und Luftabwehrmissionen" sowie Artillerieübungen. Ein russischer Kreuzer, eine Korvette, ein Diesel-U-Boot und ein Rettungsschiff seien bereits vorab im Hafen von Qingdao angekommen.

Der russische Konteradmiral Sergej Sinko sagte laut der Nachrichtenagentur Tass bei einer Zeremonie in Qingdao, mit den Manövern solle "die strategische Partnerschaft" zwischen Russland und China gestärkt werden.

Die Übungen werden zwei Monate nach einem Besuch des russischen Staatschefs Wladimir Putin in China abgehalten. Putin hatte bei der Visite erklärt, die bilateralen Beziehungen hätten ein "beispiellos hohes Niveau" erreicht. Sein chinesischer Kollege Xi Jinping pries seinerseits die "unerschütterliche" Partnerschaft mit Moskau.

Moskau und Peking unterhalten enge wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen. Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine 2022 haben beide Länder ihre Beziehungen vertieft. Peking ruft regelmäßig zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs auf, hat Russland aber nie für den im Februar 2022 gestarteten Großangriff auf das Nachbarland verurteilt. Die gemeinsamen Marineübungen werden bereits seit 2012 abgehalten. Zuletzt fanden die "Joint Sea"-Manöver nahe dem Hafen Wladiwostok im Fernen Osten Russlands statt.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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