Politik

Warnung vor ukrainischem Angriff Russland verlegt Kampfjets auf die Krim

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Russische Kampfjets vom Typ Su-30.

(Foto: REUTERS)

Weil Russland nach eigener Aussage einen Angriff auf die Krim befürchtet, stockt Moskau das Militär auf der annektierten Halbinsel auf. Der ukrainische Präsident Poroschenko sendet unterdessen ein Entspannungsignal.

Im Konflikt mit der Ukraine erhöht Russland den Druck durch Verstärkung seiner militärische Präsenz auf der annektierten Halbinsel Krim. Es würden mehr als zehn Kampfflugzeuge dorthin verlegt, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau.

Nach dem Interfax-Bericht sollen die Kampfjets dauerhaft auf dem Luftwaffenstützpunkt Belbek stationiert werden. Bei den Flugzeugen soll es sich um Suchoi Su-27 und Su-30 Kampfjets handeln. Russische Medien hatten Ende November von Plänen berichtet, ein Flugabwehr-Raketensystem des Typs S-400 auf die Krim zu verlegen.

Außenminister Sergej Lawrow erklärte in einem Interview des kremltreuen Massenblatts "Komsomolskaja Prawda", die Ukraine bereite "eine Provokation" vor dem Jahreswechsel vor. Gleichzeitig warnte er den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko vor einem angeblich geplanten Angriff auf die Grenze zur Halbinsel Krim. "Dann bekommt er eine Reaktion, dass ihm Hören und Sehen vergeht".

Die Ukraine selbst sandte unterdessen Zeichen von Deeskalation. In Kiew kündigte Präsident Poroschenko an, das Kriegsrecht solle nicht verlängert werden. Er plane keine Ausweitung, es sei denn, es gebe einen großangelegten Angriff von russischer Seite, sagte er. Poroschenko hatte für 30 Tage das Kriegsrecht in Teilen des Landes erlassen. Es trat am 28. November in Kraft.

Russland hatte die Krim 2014 annektiert. Die Spannungen in der Region haben sich Ende November mit dem Zwischenfall in der Meerenge von Kertsch zwischen der Krim und dem russischen Festland verschärft. Damals enterten russische Küstenschiffe einen Schlepper und zwei Patrouillenboote der ukrainischen Marine und nahmen die Besatzungen gefangen.

Quelle: n-tv.de, jpe/rts/dpa

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