Politik
Nicht mal annähernd gleich viel wert: Rubel und Dollar
Nicht mal annähernd gleich viel wert: Rubel und Dollar(Foto: picture alliance/dpa)
Sonntag, 12. August 2018

"Werden Einlagen weiter senken": Russland will US-Staatsanleihen loswerden

Seit Mitte vergangener Woche muss sich die russische Wirtschaft mit neuen US-Sanktionen auseinandersetzen. Nun folgt der Gegenschlag. Das Problem: Die US-Staatsanleihen, die Moskau abstoßen will, muss man bereits jetzt mit der Lupe suchen.

Als Reaktion auf die drohenenden neuen US-Sanktionen will Russland seine Einlagen in US-Staatsanleihen reduzieren. Das sagte Finanzminister Anton Siluanow dem staatlichen Fernsehsender Rossija-1 am Sonntag. "Wir haben unsere Einlagen in die amerikanische Wirtschaft und amerikanische Wertpapiere bereits auf ein Minimum reduziert und werden sie weiter senken." Zudem kündigte Siluanow an, dass Russland künftig versuchen werde, bei Transaktionen den Dollar zu meiden und in anderen Währungen wie dem Euro abzurechnen.

Die USA hatten am Mittwoch neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Hintergrund ist der Fall des in Großbritannien vergifteten russischen Ex-Agenten Sergej Skripal. Washington macht Moskau für die Tat verantwortlich. Russland bestreitet dies.

Die angekündigten Strafmaßnahmen sollen noch im August in Kraft treten. Zunächst war unklar, welche Wirtschaftszweige betroffen sein sollen. Konkrete Gegenmaßnahmen will die Regierung prüfen, sobald klar ist, welche Bereiche sanktioniert werden. Der Wechselkurs des Rubels zum US-Dollar war unter dem Druck der Ankündigung auf einen Zweijahres-Tiefstand von knapp 68 Rubel pro Dollar gefallen.

Siluanow betonte indes, die US-Maßnahmen würden keine schwerwiegenden Folgen etwa für russische Banken haben. Sie seien "unangenehm, aber nicht tödlich". Die russische Wirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren an den Umgang mit Sanktionen gewöhnt. Die USA und die EU hatten Russland unter anderem wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 und der Unterstützung für moskautreue Separatisten im Kriegsgebiet Ostukraine mit Sanktionen belegt.

Quelle: n-tv.de