Politik

Nur Lauterbach trägt Maske SPD-Gruppenfoto sorgt für massive Kritik

Auf dem ersten Gruppenfoto der neuen SPD-Bundestagsfraktion ist die gute Laune in den Gesichtern deutlich zu erkennen - denn fast keiner von ihnen trägt eine Maske. Das Netz tobt und feiert lediglich den Abgeordneten, der mit seinem Mund-Nase-Schutz aus der Masse heraussticht.

Die SPD-Fraktion feiert die Neuen in ihren Reihen - und sorgt mit ihrem ersten Gruppenfoto gleich ordentlich für Kritik. Auf dem Bild aus dem Bundestag stehen die insgesamt 206 Abgeordneten dicht gedrängt zusammen. Die gute Laune ist auf ihren Gesichtern deutlich zu erkennen - auch, weil fast keiner von ihnen eine Maske trägt. Einzig Karl Lauterbach sticht in dem Bild mit seinem weißen Mund-Nase-Schutz hervor.

Am Mittwoch hatten die SPD-Abgeordneten Rolf Mützenich mit 97 Prozent erneut zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Auf dem Gruppenfoto im Anschluss steht dieser in der ersten Reihe - direkt neben Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Von Corona-Schutzmaßnahmen wie Abstand oder Maske ist auch bei ihnen nichts zu erkennen. Die Fraktion postet das Bild auf Twitter und schreibt dazu: "Die neue SPD-Bundestagsfraktion ist größer, vielfältiger, jünger und weiblicher". Außerdem sei die Fraktion "ein ganzes Stück mehr ostdeutsch geworden", wie die Fraktion stolz auf ihrer Homepage verkündet.

Das sind die Attribute, die die Abgeordneten eigentlich mit dem Post ausdrücken wollten. In den sozialen Medien stehen diese jedoch weniger im Vordergrund. Für viele Twitter-Nutzer überwiegt der Anschein von Sorglosigkeit in der Pandemie. "Sah so aus, als sei die Pandemie vorbei. Zumindest vermitteln die den Eindruck", heißt es in einem Tweet. Ein anderer Nutzer schreibt: "Schlechtes Vorbild, ganz schlechtes Vorbild". "Das D in SPD steht für Durchseuchung", spottet ein anderer.

Lediglich ein Fotografierter kommt in der Debatte um das Bild gut weg: "Danke an den verantwortungsvoll handelnden Karl Lauterbach", heißt es in einem Tweet. Andere bringen bereits einen Ministerposten für den Politiker ins Spiel. "Ich hoffe, er ist der künftige Gesundheitsminister", schreibt eine andere Nutzerin. Oder: "Sei wie Karl." Der SPD-Gesundheitsexperte ist auf dem Foto der einzig sichtbare Abgeordnete mit Maske.

Die Fraktion erklärte später, dass alle Abgeordneten geimpft oder genesen seien. Gänzlich freimachen von der Kritik können sich die Abgeordneten damit jedoch nicht. Denn das Foto wurde in den Gebäuden des Bundestags aufgenommen und dort "ist eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen", wie es auf der Website heißt. Von einer Befreiung durch die 2G-Regel steht dort hingegen nichts. Die Maskenpflicht gilt für "alle Räume, einschließlich des Plenarsaals, der Sitzungssäle und Besprechungsräume, sowie für alle Verkehrsflächen und Aufzugsanlagen der Gebäude". Abgenommen werden darf die Maske in Sitzungssälen nur am Platz - und wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist. Ganz offensichtlich hielten die Abgeordneten aber auch diesen nicht ein.

Quelle: ntv.de, spl

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