Politik

Keine raschen Verhandlungen SPD sucht nun intern eine Linie

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SPD-Chef Schulz kann derzeit viele Schulterklopfer vertragen.

(Foto: dpa)

Der Parteitag hat die SPD Kraft gekostet. Nach dem knappen Votum für Koalitionsgespräche und der langen Liste mit Nachbesserungswünschen der Basis will sich die Spitze nun zunächst sammeln. Und dann erst mit der Union reden.

SPD-Chef Martin Schulz hat einer schnellen Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union noch in dieser Woche eine Absage erteilt. "Ich treffe heute Abend mit Frau Merkel und Herrn Seehofer zusammen und dann werden wir über die weiteren Fahrpläne reden", sagte er nach einer Fraktionssitzung in Berlin. "Wir haben gerade den Parteitag gestern beendet, und die SPD wird jetzt erstmal in dieser Woche beraten, wie wir in die Sondierungen gehen - auf welcher Grundlage, welcher strukturellen und auch mit welcher personellen Zusammensetzung."

Die SPD werde "erst einmal in dieser Woche" beraten, wie sie in die Gespräche gehe - "auf welcher Grundlage, welcher strukturellen und auch mit welcher personellen Zusammensetzung". Zu Äußerungen aus der Union für eine Regierungsbildung bereits Anfang März erklärte der SPD-Chef: "Wir werden sicher darauf achten, dass die Zeiträume, die wir jetzt in Angriff nehmen, nicht zu lang werden."

In dem Votum des SPD-Sonderparteitags vom Sonntag sah Schulz trotz der nur knappen Zustimmung eine Stützung seiner Position. "Damit ist der Weg frei, und das ist Rückendeckung", meinte Schulz, der seine Partei nun für die Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU in einer günstigen Ausgangslage sah. "Die Verhandlungsposition der SPD ist stark", sagte Schulz. Die Parameter in der deutschen Politik hätten sich durch das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen verändert. "Wir werden in diesen Koalitionsverhandlungen versuchen, so viel wie möglich an sozialdemokratischer Politik durchzusetzen", kündigte der SPD-Vorsitzende deshalb an.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/dpa