Politik

"Vorteile überwiegen" STIKO empfiehlt allen Jugendlichen Corona-Impfung

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"Die Fakten sprechen für die Impfung", sagte Gesundheitsminister Spahn.

(Foto: picture alliance/dpa)

Anfang Juni empfiehlt die Ständige Impfkommission nur Jugendlichen mit Vorerkrankungen eine Impfung gegen das Coronavirus. Nun ändert das Beratergremium seine Meinung. Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sei eine Impfung für alle Teenager zwischen zwölf und 17 Jahren ratsam, so die Kommission.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat Corona-Impfungen für Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen. Das teilte das unabhängige medizinische Beratergremium mit. Es aktualisierte damit seine vorherige Empfehlung von Anfang Juni, der zufolge in Deutschland zunächst nur Jugendliche mit Vorerkrankungen gegen das Coronavirus geimpft werden sollten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach von einer guten Nachricht. "Eltern und Jugendliche haben damit eine klare Empfehlung, sich für die Impfung zu entscheiden", sagte er. "Die Fakten sprechen für die Impfung, ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen ist da." Wenn gewünscht, könnte eine Impfung noch in dieser Woche stattfinden.

Nach Angaben der STIKO erfolgte die Anpassung der Empfehlung nach der Auswertung weiterer Daten über mögliche Nebenwirkungen, die insbesondere aus dem großangelegten Impfprogramm für Jugendliche in den USA stammten. Dort wurden dem Gremium zufolge inzwischen bereits beinahe zehn Millionen junge Menschen immunisiert.

Außerdem hätten "mathematische Modellierungen" ergeben, dass für Kinder und Jugendliche angesichts der inzwischen dominierenden Delta-Variante bei einer möglichen vierten Infektionswelle im Herbst ein "deutlich höheres Risiko" für eine Erkrankung bestehe, teilte die STIKO weiter mit. Bei "sorgfältiger Bewertung" der neuen Informationen überwögen daher nach gegenwärtigem Stand die Vorteile einer Impfung das Risiko sehr seltener Nebenwirkungen.

Über eine allgemeine Impfempfehlung für Jugendliche wird bereits seit längerem kontrovers diskutiert. Nach dem Verzicht auf eine solche Bewertung durch die STIKO im Juni war das Gremium aus der Politik teils heftig kritisiert worden. STIKO-Chef Thomas Mertens hat zurückgewiesen, die Kommission habe sich dem politischen Druck gebeugt: "Es wird viele geben, die nun glauben, dass die Änderungen in der Empfehlung mit dem politischen Druck auf die STIKO zusammenhängen. Das ist objektiv Unsinn", sagte er der "Funke Mediengruppe".

Eine Impfung ist jedoch auch ohne STIKO-Empfehlung erlaubt. Es gibt Impfstoffe, die für 12- bis 17-Jährige völlig regulär zugelassen sind. Vor diesem Hintergrund ließen sich auch schon zahlreiche Jugendliche impfen.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa

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