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"Deutschland ist ein Kriegsgebiet" Salafisten drohen mit Anschlägen

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Polizeibeamte sperren Mitte Juni die Zufahrt zur "Millatu Ibrahim Moschee" in Solingen. Das Gebäude wurde von der Polizei durchsucht.

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Das BKA geht davon aus, dass sich Islamisten auf Anschläge in Deutschland vorbereiten. Schein seit Wochen beobachten deutsche Sicherheitsbehörden die Bewegungen radikaler Islamisten. Jetzt taucht ein Video auf, in dem der Berliner Ex-Rapper und Konvertit Denis Cuspert die Bundesrepublik zum Kriegsgebiet erklärt und mit Anschlägen droht.

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Jörg Ziercke glaubt an die Gefahr.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, sieht in einem islamistischen Hassvideo des früheren Berliner Rappers Denis Cuspert Hinweise auf die mögliche Planung eines Anschlags. Das Bildmaterial sollte unter Umständen als Grundlage für ein Märtyrer-Video dienen. "Das sind so erste Hinweise darauf, dass jemand sich tatsächlich entschlossen hat, als Märtyrer möglicherweise zu sterben", sagte Ziercke dem ZDF.

Der Sender zeigt ein Video, in dem der Berliner Cuspert erklärt: "Ihr werdet nicht mehr in Sicherheit leben. Ihr setzt Millionen und Milliarden ein für den Krieg gegen den Islam. Und deshalb ist dieses Land hier, die Bundesrepublik Deutschland, ein Kriegsgebiet", sagte Cuspert demnach in dem Video, das offenbar unweit des Kölner Doms gedreht wurde.

Cuspert alias Deso Dogg war Anfang Mai an Ausschreitungen zwischen Rechtsextremisten der Splitterpartei Pro NRW und radikalen Salafisten in Bonn beteiligt. Dabei waren mehrere Polizeibeamte durch Messerstiche verletzt worden. Nach dem Verbot seiner Organisation "Millatu Ibrahim" verließ Cuspert Deutschland. Er soll sich mit zahlreichen gewaltbereiten Anhängern in Ägypten aufhalten. Dem Bericht zufolge ruft der Anführer einer verbotenen Gruppe auf Seiten der Salafisten zum Heiligen Krieg in Deutschland auf.

Staatsschützer befürchten, dass Terrororganisationen wie Al-Kaida das Machtvakuum nach dem Arabischen Frühling in Ägypten nutzen könnten, um dort eigene Strukturen aufzubauen. Aus Ägypten reisen die Dschihadisten in afrikanische Krisenherde wie Somalia und Mali oder schließen sich Al-Kaida im Maghreb an.

Nach Recherchen des ZDF hat Al-Kaida bereits Kontaktmänner nach Ägypten und Syrien entsandt, um dort Kampfwillige für Anschläge in Westeuropa anzuwerben.

Der Konflikt schaukelt sich hoch

Ziercke warnte vor einer Eskalation der Gewalt zwischen islamfeindlichen und salafistischen Gruppen in Deutschland. Durch Provokationen rechter Gruppen wie Pro NRW, Pro Deutschland und auch NPD schaukele sich der Konflikt auf.

Die Rechtsextremen wollten Gewaltaktionen von salafistischen Muslim-Gruppierungen auslösen. "Hier ist das Spiel mit dem Feuer ganz eindeutig", sagte Ziercke. "Wer Karikaturenwettbewerbe in Deutschland durchführt, wer Moscheen-Touren veranlasst, der weiß, was er tut." Nach Recherchen des Senders hat das Terrornetzwerk Al-Kaida Kontaktmänner nach Ägypten und Syrien entsandt, um Kampfwillige für Anschläge in Westeuropa anzuwerben.

Quelle: n-tv.de, AFP

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