Politik

Undichte Stelle im Finanzministerium Schäuble sucht den Maulwurf

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Dieser Maulwurf ist unschuldig: Er hat das fragliche Papie sicher nicht nach draußen gereicht.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wilde Gerüchte aus Berliner Regierungskreisen haben die Griechenland-Krise verschärft. Nach einem spektakulären Bericht über den angeblichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone wackeln im Berliner Finanzministerium die Stühle. Interne Ermittler suchen nach dem Leck in den eigenen Reihen. Hat Wolfgang Schäuble sein Haus nicht im Griff?

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Muss sich von seinen europäischen Amtskollegen einiges anhören: Wolfgang Schäuble.

(Foto: dpa)

Finanzminister Wolfgang Schäuble zieht Konsequenzen aus der Weitergabe eines hausinternen Papiers zur Griechenlandkrise an Medien. Er habe eine hausinterne Prüfung angeordnet, betätigte Schäuble entsprechende Berichte, wonach er einen "Maulwurf" in den eigenen Reihen enttarnen wolle. "Mein Optimismus, dass wir das herausbekommen werden, ist ein begrenzter."

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" hat sich Schäuble massiv darüber geärgert, dass aus seinem Ministerium ein Vorbereitungspapier zu dem Treffen einiger Finanzminister am vergangenen Freitag in Luxemburg weitergegeben wurde.

In dem Papier wurden die Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Währungsunion beschrieben. Der "Spiegel" hatte noch am gleichen Tag ohne Angaben von Quellen über angebliche Austrittspläne der griechischen Regierung berichtet und damit erheblichen Wirbel an den Märkten ausgelöst.

Die Gerüchte wurden umgehend in Paris, Berlin, Brüssel und Athen in . Die Veröffentlichung führte dennoch zu heftigen Spekulationen, der Euro-Kurs sackte um einige Cent ab.

Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte die Verbreitung eines offenbar haltlosen Gerüchts heftig kritisiert und damit indirekt auch den Umgang mit internen Worst-Case-Betrachtungen in Berliner Regierungskreisen angegriffen.

20 Mitarbeiter unter Verdacht

"Derartige Berichte untergraben die Bemühungen Griechenlands und dienen nur den Spekulanten", hatte ein Sprecher aus dem Umfeld des Athener Regierungschefs erklärt.

Den Angaben aus dem Bundesfinanzministerium zufolge wurde in einer ersten Analyse den Kreis derer, die direkten Zugang zu dem Papier hatten und die Inhalte kannten, auf knapp 20 Mitarbeiter eingeschränkt. Auch E-Mail-Zugänge würden geprüft.

Die Indiskretion könnte personelle Konsequenzen nach sich ziehen. Die Beamten sollen nach dem Willen Schäubles dienstrechtliche Erklärungen abgeben, dass sie sich an ihre Verschwiegenheitspflicht gehalten haben, schreibt das Blatt.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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