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"Hört die Schreie der Wut" Schah-Witwe ruft Irans Sicherheitskräfte zum Boykott auf

13.01.2026, 16:20 Uhr
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Former-Empress-of-Iran-Farah-Pahlavi-looks-on-during-a-tour-on-artworks-at-the-Fiap-Jean-Monnet-in-Paris-on-May-21-2024-Photo-by-Firas-Abdullah-ABACAPRESS
Die Witwe des Schahs im Mai 2024 in Paris. (Foto: picture alliance / abaca)

Seit zwei Wochen lehnen sich Hunderttausende Iraner im ganzen Land gegen die Führung in Teheran auf. Nach ihrem Sohn Reza meldet sich nun auch die 87-jährige Witwe des früheren Schahs aus dem Exil. Farah Pahlavi beschwört die Sicherheitskräfte, nicht für das Mullah-Regime zu morden.

Die Witwe des letzten Schahs hat die Sicherheitskräfte im Iran zum Schulterschluss mit den Demonstranten aufgerufen. "Hört die Schreie des Zorns und der Wut. Schließt euch euren Brüdern und Schwestern an, bevor es zu spät ist", erklärte die 87-jährige Farah Pahlavi im Onlinedienst Telegram. Nichts rechtfertige ein Blutvergießen, betonte sie.

"Macht euer Schicksal nicht von dem der Mörder abhängig", schrieb die Schah-Witwe. "Seid stark und glaubt daran, dass ihr bald gemeinsam die Freiheit im Iran feiern werdet und dass das Licht über die Dunkelheit siegen wird." Die Schah-Witwe unterstützte damit Aufrufe ihres in den USA lebenden Sohnes Reza Pahlavi, der in den vergangenen Wochen zu einer Symbolfigur der iranischen Opposition geworden ist.

Die Proteste im Iran hatten sich vor mehr als zwei Wochen am Zorn über die schlechte Wirtschaftslage entzündet, inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen wurden beim harten Vorgehen gegen die Demonstranten bereits mindestens 648 Menschen getötet. Einige Schätzungen gehen sogar von mehr als 6000 Todesopfern aus.

Schah-Sohn will nach Teheran zurückkehren

Farah Pahlavi war die dritte Frau des Schahs, den sie als Studentin in Paris kennengelernt hatte. Ihre Beziehung war in den 60er und 70er Jahren ein beliebtes Thema in der Klatschpresse. Farah Pahlavi verließ den Iran gemeinsam mit ihrem Mann Mohammed Reza Pahlavi 1979 im Zuge der Islamischen Revolution. Der Schah starb 1980 in Ägypten. Sie lebt heute in den USA und in Paris.

Von den USA aus richtet sich ihr Sohn Reza Pahlavi seit Tagen mit Videobotschaften an die Menschen in seiner einstigen Heimat und ruft sie zu weiteren Demonstrationen gegen die Führung in Teheran auf. "Ich bin bereit, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit in den Iran zurückzukehren", sagte Pahlavi am Sonntag dem US-Sender Fox News. Er hatte seine Heimat 1978 als 17-Jähriger verlassen, um sich in den Vereinigten Staaten zum Kampfpiloten ausbilden zu lassen.

Während Pahlavi die Unterdrückung durch die islamischen Machthaber in Teheran verurteilt, distanzierte er sich nie von der autokratischen Herrschaft seines Vaters, der sich mithilfe einer brutalen Geheimpolizei an der Macht hielt. Der 65-Jährige betont immer wieder, dass er sich nicht zum neuen Schah krönen lassen wolle, sondern nur den Übergang zu einem freien und demokratischen Land anführen möchte.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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