Politik

"Das ist Führungsversagen" Scharfe Kritik an Bundesamt für Ausrüstung

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Soldaten während einer Gefechtsausbildung.

(Foto: dpa)

Nicht nur in der Bundeswehr knirscht es, sondern auch in Behörden des Verteidigungsministeriums. So gibt es etwa Kritik an der Leitung des Bundesamtes, das die Soldaten mit Ausrüstung versorgt. Hier herrsche Führungsversagen und Versagensangst, heißt es.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr leidet nach Ansicht eines internen Verbandes unter mangelhafter Führung. "Es findet kein wirkliches Führen mehr statt", sagte der Vorsitzende des Technischen Dienstes der Bundeswehr, Jens Obermeyer, in Koblenz.

Jeder Vorgesetzte sichere sich nach oben ab. "Das führt dazu - das ist Führungsversagen aus meiner Sicht -, dass wir keine Vertrauenskultur mehr haben." Er betonte: "Wir leben hier in einer Welt aus Versagensangst." Über die Kritik hatte zuvor die "Rheinische Post" berichtet. Obermeyer arbeitet in dem Bundesamt.

Der Verbandschef kritisierte nicht nur Managementstrukturen, die unter der damaligen Verteidigungsstaatssekretärin Katrin Suder eingeführt wurden, die von 2014 bis 2018 amtierte. Obermeyer hält nach eigenen Worten auch den vom damaligen Verteidigungsminister Thomas de Maizière eingeschlagenen Weg der breiten Auffächerung für falsch, alle Fähigkeiten zu haben, aber in geringen Stückzahlen.

Das Bundesamt kauft für die deutschen Streitkräfte die komplette Ausrüstung von Panzern und U-Booten bis zu Atemschutzmasken für Hunde. Wegen Unterbesetzung wird Personal gesucht. Ein Beamter der Behörde hatte in einer Stellenanzeige einer Zeitung über Unterbeschäftigung geklagt und einen neuen Job gesucht. Das Bundesamt hatte den Vorwurf der Unterbeschäftigung zurückgewiesen und erklärt, der Vorfall werde geprüft.

Quelle: ntv.de, mli/dpa