Politik

"Nicht in eine Reihe mit Hitler" Schröder-Köpf verteidigt den Altkanzler

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Doris Schröder-Köpf ist Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe in Niedersachsen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Kritik an Altkanzler Schröder ist groß. Von dem SPD-Politiker wird gefordert, seine Posten bei russischen Staatskonzernen ruhen zu lassen. Die Stadt Hannover will ihm die Ehrenbürgerschaft entziehen, seine Ex-Gattin Schröder-Köpf möchte das verhindern.

Für seine geschäftlichen Verbindungen mit russischen Staatskonzernen steht der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Kritik. Die SPD-Spitze und der amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz forderten den 77-Jährigen wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine dazu auf, seine Posten bei russischen Staatsunternehmen niederzulegen. Auch in der Stadt Hannover soll Schröder die Ehrenbürgerwürde entzogen werden.

Seine ehemalige Ehefrau Doris Schröder-Köpf versucht das offenbar zu verhindern. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, habe sich die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe in einer Textnachricht an die "Genossinnen und Genossen" der SPD gewandt. "Nach meiner festen Überzeugung dürfen wir Gerd nicht in eine Reihe mit Hitler stellen", soll sie geschrieben haben. Adolf Hitler wurde am 9. November 1978 die Ehrenbürgerwürde Hannovers entzogen, nachdem er sie am 6. April 1933 bekommen hatte.

Schröder-Köpf verweist darauf, dass es für eine Entscheidung über Schröders Ehrenbürgerschaft noch zu früh sei. Laut dem Bericht appelliert sie "auch mit Blick auf die ukrainische Forderung nach Gerd als Vermittler", den Beschluss nicht jetzt zu fassen. Zudem würde die Entscheidung von Sozialdemokraten in einer geschichtlichen Betrachtung keinen Bestand haben. Es müsste etwa auch Schröders Nein zum Irakkrieg mit in Betracht gezogen werden.

Der Entzug der Ehrenbürgerschaft in Hannover rückte für Schröder zuletzt näher. Am Donnerstag habe der Verwaltungsausschuss der Stadt beschlossen, dass die Stadtverwaltung das entsprechende Verfahren einleite, teilte die Stadt mit. Der Ausschuss sei zu dem Schluss gekommen, dass Schröder "durch seine andauernde geschäftliche Verbindung mit russischen Staatskonzernen die Werte und Ziele der Landeshauptstadt nicht mehr teilt". Schröder soll nun die Möglichkeit erhalten, Stellung zu beziehen. Ein Beschluss ist den Angaben zufolge für die nächste Ratssitzung am 31. März vorgesehen.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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