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Frontalangriff auf SPD-Chefin Schröder spricht Nahles Kompetenz ab

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Altkanzler Gerhard Schröder ist kein Freund der aktuellen SPD-Parteichefin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit Ratschlägen an die Parteiführung hält sich Altkanzler Schröder seit jeher nicht zurück - nun attackiert er SPD-Chefin Nahles direkt. Ihr fehle die ökonomische Kompetenz einer Kanzlerkandidatin, sagt er - und er wünscht sich die Rückkehr von Sigmar Gabriel.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat der amtierenden SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles in einem Interview "Amateurfehler" vorgeworfen und ihr die notwendige ökonomische Kompetenz abgesprochen, um als Kanzlerkandidatin ihrer Partei bei der nächsten Wahl antreten zu können. Schröder plädierte zudem für eine Rückkehr von Sigmar Gabriel an die Spitze der SPD. "Sigmar Gabriel ist vielleicht der begabteste Politiker, den wir in der SPD haben", sagte er dem "Spiegel". "Er ist nur in der Partei ein paar Leuten zu fest auf die Füße getreten." Nun müsse er selbst entscheiden, ob er noch eine größere Rolle spielen wolle.

Mit Blick auf die nächste Kanzlerkandidatur sprach sich Schröder zudem für eine Urwahl aus. Damit habe seine Partei schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. "Eine Urwahl mobilisiert und schafft einen guten Background für den Wahlkampf." Nahles kritisierte er vor allem für ihre laxe Sprache. Bemerkungen wie "Bätschi" zu machen, sei ein "Amateurfehler", so der Altkanzler. "Sie war damals zwar noch nicht Vorsitzende, aber so drückt man sich einfach nicht aus." Nahles hatte die Formulierung gewählt, nachdem die Koalitionsgespräche für ein Jamaika-Bündnis 2017 geplatzt waren und die Union doch auf die SPD zuging.

"Die SPD wird gebraucht", hatte Nahles damals erklärt. "Bätschi, sage ich dazu nur. Und das wird ganz schön teuer." Schon seit Längerem steht die Parteichefin intern in der Kritik. Zuletzt sprachen sich auch mehrere Politiker der SPD-Bundestagsfraktion - darunter die Landesgruppenchefs Achim Post und Johann Saathoff - in einem Positionspapier dafür aus, dass in einer Urwahl über den künftigen Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten entschieden werden soll. Dem "Spiegel" sagte Schröder, nicht mal Nahles selbst würde von sich behaupten, sie verfüge über die nötige ökonomische Kompetenz einer Spitzenkandidatin.

Quelle: n-tv.de, jug

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