Politik

Für den Papst in der Ukraine Schüsse während Kardinal-Besuch in Saporischschja

282877045.jpg

Krajewski reiste bereits mehrfach seit Ausbruch des Krieges im Auftrag des Heiligen Vaters in die Ukraine - hier betet er am Rande eines Massengrabes nördlich von Kiew, in dem Vorort Borodjanka.

(Foto: picture alliance/dpa/Holy See Press Office)

Für Kardinal Konrad Krajewski ist der 17. September ein besonderer Tag. An jenem Datum wird der Pole 2013 zum Bischof geweiht. Neun Jahre später ist er im Auftrag von Papst Franziskus in der Ukraine - und erlebt, wie Schüsse abgefeuert werden.

In der Ukraine ist es bei einem Besuch des Kurienkardinals und Vatikan-Gesandten Konrad Krajewski zu einem Zwischenfall gekommen. Der von Papst Franziskus in das Kriegsgebiet geschickte Pole verteilt in Saporischschja im Süden des Landes Hilfsgüter, als plötzlich Schüsse fallen, wie das vatikanische Nachrichtenportal "Vatican News" meldet.

Die Gruppe um Krajewski, der als Almosenmeister für die karitativen Belange des Vatikans zuständig sei, habe in Deckung gehen müssen. "Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich nicht, wohin in fliehen soll", erklärt Krajewski. Die Gruppe blieb unverletzt und Krajewski, der zum vierten Mal seit Kriegsausbruch in der Ukraine geschickt worden war, konnte seine Mission fortsetzen. Weitere Hintergründe, wie etwa die Herkunft des Schussfeuers, sind bislang nicht bekannt.

"Wegrennen nützt nichts, wenn du nicht weißt, wohin", erklärt Krajewski seine Gedanken nach dem Vorfall gegenüber "Vatican News".

Im Kleinbus durchs Kriegsgebiet

Auf seiner derzeitigen Reise will Krajewski dem Blatt zufolge neben Odessa und Saporischschja auch Charkiw besuchen, wo die Ukraine dieser Tage bedeutende Geländegewinne verzeichnet. Seine Mission ist es, wie es in dem Bericht heißt, die Nähe des Papstes zu zeigen. Gleichzeitig hat er für die Menschen vor Ort Hilfsgüter, Lebensmittel und Rosenkränze im Gepäck.

Um diese zu verteilen, sei er mit einem Team unterwegs. Begleitet wird Krajewski dem Bericht zufolge durch zwei Bischöfe, einen katholischen und einen protestantischen. Darüber hinaus werde er von Soldaten eskortiert. Krajewskis Gefährt sei ein voll beladener Kleinbus.

Der 17. September, an dem sich der Zwischenfall ereignet, ist ohnehin ein Tag voller Bedeutung für Krajewski. Der Kardinal schildert gegenüber "Vatican News", dass es "ein besonderer Tag" sei. Der Heilige Vater habe ihn neun Jahre zuvor zum Almosenmeister ernannt und er sei auch zum Bischof geweiht worden. Die Weihe empfing Krajewski am 17. September 2013 bei einer Messe im Petersdom, im Beisein von Papst Franziskus.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen