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Syriens Luftabwehr im Einsatz Schwere Detonationen bei Damaskus

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Ein Bild aus dem letzten September. Auch damals gab es Angriffe auf Ziele bei Damaskus.

imago/Xinhua

In Syriens Hauptstadt Damaskus sind in der Nacht mehrere schwere Explosionen zu hören. Offenbar haben israelische Kampfflugzeuge Angriffe auf Ziele in der Nähe geflogen. Israel sorgt sich um den Einfluss des Erzfeinds Iran.

Israel hat nach syrischen Angaben erneut Luftangriffe gegen Ziele in dem Bürgerkriegsland geflogen. Bei den Bombardements am Freitagabend seien die meisten israelischen Raketen abgefangen worden, berichtete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise. Ein Lager auf dem internationalen Flughafen von Damaskus sei getroffen worden. Der Flughafenbetrieb sei nicht beeinträchtigt worden. Aktivisten zufolge galten die Angriffe militärischen Stützpunkten von Israels Erzfeind Iran und der schiitischen Hisbollah-Miliz.

Zunächst hatte Sana lediglich berichtet, die syrische Luftabwehr habe "feindliche Ziele" in der Nähe der Hauptstadt Damaskus beschossen und mehrere von ihnen getroffen. Nach Angaben eines Journalisten der Nachrichtenagentur AFP waren in Damaskus mehrere schwere Explosionen zu hören.

Iran und Hisbollah im Visier

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für syrische Menschenrechte erklärte, die Luftangriffe hätten zwei Gebieten mit militärischen Stützpunkten der iranischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz gegolten. Diese befanden sich demnach in Kisweh und auf dem internationalen Flughafen in Damaskus. Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, bestätigte, dass der dortige Flugbetrieb normal weiter laufe. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Israel hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Luftangriffe in Syrien ausgeführt, häufig war die Region rund um Damaskus betroffen. Die israelische Armee bombardierte Einrichtungen syrischer Regierungstruppen und deren Verbündeter wie die Hisbollah und iranische Einheiten. Israel befürchtet einen wachsenden Einfluss des Erzfeindes Iran in Syrien.

Seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs Anfang 2011 sind in dem Konflikt immer neue Akteure hinzugekommen. Mehr als 360.000 Menschen wurden bereits getötet, Millionen weitere flüchteten.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP

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