Politik

Terrornetzwerk vermutet Sechste Festnahme nach London-Attentat

Bei dem Anschlag wurden 30 Menschen verletzt.

Bei dem Anschlag wurden 30 Menschen verletzt.

(Foto: imago/i Images)

Nach dem Londoner U-Bahn-Anschlag am 15. September nimmt die Polizei einen sechsten Verdächtigen fest. Hinter dem Terrorakt steckt offenbar ein ganzes Netzwerk. Premierministerin May fordert die Staatengemeinschaft zum Handeln auf.

Knapp eine Woche nach dem Londoner U-Bahn-Anschlag mit 30 Verletzten hat die britische Polizei einen sechsten Verdächtigen festgenommen. Ein 17-Jähriger wurde in der Nacht im Süden Londons gefasst, wie Scotland Yard mitteilte. "Wir haben jetzt sechs Männer in Haft", sagte der Kommandeur der Londoner Anti-Terror-Einheit, Dean Haydon.

Mehrere Wohnungen werden ihm zufolge noch untersucht. Erst am Dienstag und Mittwoch hatten die Behörden in der walisischen Hafenstadt Newport drei Männer im Alter von 25, 30 und 48 Jahren festgesetzt. Zwei Männer waren schon einen Tag nach dem Anschlag in London und Dover festgenommen worden.

Eine selbstgebaute Bombe war bei dem Anschlag am vergangenen Freitag in einer voll besetzten Londoner U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green explodiert. Durch den Feuerball und im anschließenden Gedränge erlitten viele Menschen Verletzungen. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu der Tat.

Großbritannien war in diesem Jahr mehrfach Ziel von Terroranschlägen in London und Manchester geworden. Premierministerin Theresa May forderte unterdessen von der Weltgemeinschaft einen entschlosseneren Kampf gegen den Terrorismus. May sagte am Mittwoch vor der UN-Vollversammlung in New York: "Wir als Vereinte Nationen haben noch nicht die Mittel gefunden, um es mit dieser Bedrohung aufzunehmen." Terroristische Inhalte müssten im Internet schneller beseitigt werden. May rief den UN-Generalsekretär António Guterres dazu auf, die Generaldebatte kommendes Jahr zum Thema Terrorismus auszurichten.

Quelle: ntv.de, sma/dpa