Politik

Deutsche Soldaten unversehrt Selbstmordattentat am Flughafen Kabul - Dutzende Tote

Tagelang wird vor der Terrorgefahr in Afghanistan gewarnt. Schließlich kommt es zu zwei Explosion nahe dem Kabuler Flughafen. US-Kreise gehen von einem Selbstmordattentat aus. Von vielen Toten und Verletzten ist die Rede. Auch US-Amerikaner sind darunter, Deutsche nicht.

Bei einer Anschlagsserie am Flughafen von Kabul sind wahrscheinlich Dutzende Menschen getötet worden. Zudem gab es mehr als 100 Verletzte. Die BBC berichtet von 60 Toten und 140 Verletzten. Nach Angaben des US-Militärs sind 13 US-Soldaten ums Leben gekommen. Zudem wurden 18 verletzt. Zunächst hatte das US-Verteidigungsministerium von zwölf getöteten und 15 verletzten Soldaten gesprochen. Laut den Taliban sind insgesamt bis zu 20 Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt worden.

Die US-Behörden gehen davon aus, dass die Extremisten-Gruppe IS-Khorasan hinter dem Angriff steckt, wie ein Insider sagte. Pentagonsprecher John Kirby hatte zuvor von einem "komplexen" Angriff mit mindestens zwei Explosionen gesprochen. Deutsche Soldaten waren nach Angaben der Bundeswehr nicht betroffen.

Bei dem Terrorangriff am Flughafen in Kabul haben sich nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums mindestens zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Nach den Detonationen hätten eine Reihe von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Feuer auf Zivilisten und Soldaten eröffnet, sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon.

Kirby bestätigte außerdem, dass es zu einer weiteren Explosion bei einem nahe gelegenen Hotel gekommen sei. Im Baron Hotel hatten die USA und andere westliche Staaten Menschen untergebracht, die mit Evakuierungsflügen außer Landes gebracht werden sollten. Wegen der chaotischen und gefährlichen Lage am Flughafen waren einige von ihnen von dort mit Hubschraubern abgeholt worden. Das US-Außenministerium und die US-Botschaft in Kabul sprachen von einer "großen Explosion" und "Berichten über Schüsse". "US-Bürger sollten es vermeiden, zum Flughafen zu fahren, und die Flughafen-Zugänge meiden."

Die Angaben zur Anzahl der Opfer gingen anfangs auseinander: Das russische Außenministerium berichtete von elf Toten und mindestens 15 Verletzten. Der Nichtregierungsorganisation Emergency, die vor Ort ein Krankenhaus betreibt, zufolge wurden mindestens sechs Menschen und mehr als 60 weitere verletzt.

Die Explosion geht US-Kreisen zufolge offenbar auf ein Selbstmordattentat zurück. Auch in deutschen Sicherheitskreisen wurde von einem Anschlag gesprochen. Es herrsche Chaos. Das Attentat sei von außerhalb des Flughafens verübt worden, nicht von einer oder mehreren Personen, die sich auf das Gelände des Flughafens geschmuggelt hätten, hieß es weiter. "Nach bisherigen Erkenntnissen kam es heute Nachmittag gegen 15.20 Uhr MESZ zu einer Explosion im Außenbereich des Flughafens Kabul", teilte das Einsatzführungskommando mit. Einsatzkräfte der Bundeswehr seien nicht betroffen. Nähere Informationen lägen aber noch nicht vor.

Ein auf Twitter geteiltes Bild, das offenbar vom Inneren des Flughafengeländes aufgenommen wurde, zeigte eine große Rauchwolke. Der lokale Fernsehsender ToloNews veröffentlichte auf Twitter Bilder, auf denen zu sehen ist, wie Verletzte in Schubkarren transportiert werden. Ein Augenzeuge erzählte dem TV-Sender die Explosion sei sehr stark gewesen. Manche Menschen seien ins Wasser gefallen - an einem Gate ist ein langer Wassergraben - und mehrere ausländische Soldaten seien zu Boden gefallen. Er habe auch Tote gesehen.

Der gut vernetzte afghanische Journalist Bilal Sarwari schrieb auf Twitter, ein Selbstmordattentäter habe sich in einer großen Menschenmenge in die Luft gesprengt. Mindestens ein weiterer Angreifer habe danach das Feuer eröffnet. Sarwari berief sich auf mehrere Augenzeugen in dem Gebiet.

Nach der Explosion hätten US-Soldaten an einem anderen Flughafengate Tränengas eingesetzt, um die Menschen auseinander zu treiben, sagte ein Bewohner Kabuls, der an diesem Gate war. Er schätzte, zu dem Zeitpunkt seien dort 2000 bis 4000 Menschen gestanden. Mehrere Frauen und Mädchen seien durch das Tränengas verletzt worden.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/rts/AFP

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