Politik

"Annexion ist bedeutungslos" Selenskyj vermeldet Befreiung von Orten in Cherson

Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärt die russischen Annexionen in seiner nächtlichen Ansprache für unwirksam, wenn Gebiete erst befreit seien. Konkret ist das in Cherson der Fall, wo nach seinen Angaben weitere Ortschaften zurückerobert werden. Russische Quellen sehen die Verteidigungslinie in Gefahr.

Angesichts jüngster Erfolge seiner Armee bei der Rückeroberung zwischenzeitlich besetzter Gebiete hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Annexionen durch Russland als bedeutungslos bezeichnet. "Sobald die ukrainische Flagge zurückgekehrt ist, erinnert sich niemand mehr an die russische Farce mit irgendwelchen Papieren und irgendwelchen Annexionen", sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache in der Nacht zum Montag.

Ganz konkret betrifft dies etwa zwei Ortschaften in der Region Cherson im Süden des Landes. Laut Selenskyj seien die Ortschaften Arkhanhelske und Myrolyubiwka zurückerobert worden. In sozialen Medien ist gar von der Befreiung weiterer Dörfer in der Region die Rede. Nach unbestätigten Meldungen sollen sich die russischen Truppen gar in die Ortschaft Dudtschany zurückgezogen haben. Nach Angaben vom Oberst des österreichischen Bundesheeres, Markus Reisner, sprächen zahlreiche russische Quellen gar vom Zusammenbruch der russischen Verteidigungslinie.

Einige Stunden zuvor hatte er erklärt, ukrainische Truppen hätten nach dem Rückzug der Russen nun wieder die volle Kontrolle über die strategisch wichtige Kleinstadt Lyman im östlichen Gebiet Donezk. Rund sieben Monate nach Kriegsbeginn hatte Kremlchef Wladimir Putin am vergangenen Freitag neben Donezk auch die ukrainischen Gebiete Luhansk, Saporischschja und Cherson annektiert. Die völkerrechtswidrige Einverleibung der Regionen, die Russland in Teilen nicht einmal erobert hat, wird international nicht anerkannt.

Im befreiten Lyman herrscht einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge nach dem Abzug der Russen große Zerstörung. Auf den Straßen der Stadt lägen noch immer mehrere getötete russische Soldaten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Reporter vor Ort.

Quelle: ntv.de, als/dpa/rts

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