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Ärzte äußern sich Sergej Skripal geht es deutlich besser

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Die Ambulanz des Krankenhauses von Salisbury.

(Foto: REUTERS)

Mehr als einen Monat nach dem Giftanschlag geht es dem ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal deutlich besser. Das erklären seine Ärzte. Sein Zustand sei nicht mehr kritisch, so die Mediziner.

Rund einen Monat nach dem Giftanschlag von Salisbury befindet sich der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal auf dem Weg der Besserung. Der Gesundheitszustand von Skripal "verbessert sich rasch", erklärte das britische Krankenhaus, in das er nach dem Anschlag zusammen mit seiner Tochter Julia eingeliefert worden war. Skripals Zustand sei nicht mehr lebensbedrohlich, er spreche "gut" auf die Behandlung an.

Der Gesundheitszustand von Tochter Julia hatte sich bereits vor mehreren Tagen deutlich verbessert. Am Donnerstag hatte die 33-Jährige erklärt, sie fühle sich "von Tag zu Tag kräftiger". Vor mehr als einer Woche sei sie aufgewacht, hieß es in einer von der britischen Polizei verbreiteten Mitteilung.

Zuvor hatte die britische Zeitung "The Times" berichtet, dass das bei dem Anschlag verwendete Nervengift aus einer russischen Militärforschungsanlage in Schichany stammen soll. Dort seien kleinere Mengen des Kampfstoffs Nowitschok gelagert worden, heißt es in dem Artikel. Die Einrichtung liegt im Gebiet Saratow an der Wolga. Geheimdienstinformationen wiesen klar auf Schichany hin, sagte der britische Chemiewaffen-Experte Hamish de Bretton-Gordon der Zeitung. Die dort gelagerten Mengen seien ausreichend für Attentate, aber zu gering für militärische Einsätze gewesen.

Woher stammt das Gift?

Es gebe keine Hinweise darauf, dass das Gift aus anderen Laboratorien der früheren Sowjetunion stamme, etwa aus der Ukraine oder Usbekistan. Der Kreml wies den Bericht umgehend zurück. "Alle Standorte, an denen Chemiewaffen gelagert wurden, sind bekannt. Schichany gehört nicht dazu", sagte Michail Babitsch, der Kremlvertreter im Förderationskreis Wolga, der Agentur Interfax. Russland hat nach eigener Darstellung alle seine Chemiewaffen zwischen 2002 und 2017 vernichtet.

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) habe dies bezeugt, hatten die Behörden zuletzt mehrfach betont. In Schichany befindet sich eine Niederlassung des Forschungsinstituts Gosniiocht. Nach eigener Darstellung befasst sich die Einrichtung mit Sicherheitsfragen im Chemiebereich und hatte Technologien zur Vernichtung von C-Waffen entwickelt. Schichany mit rund 6000 Einwohnern liegt etwa 800 Kilometer südöstlich von Moskau.

Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury entdeckt worden. Skripal hatte für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen Auslandsgeheimdienst MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kam er 2010 nach Großbritannien, wo er seitdem in Salisbury lebte.

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Quelle: n-tv.de, kpi/dpa/AFP

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