Politik

Antiterror-Einsatz im Tschad Soldaten töten 1000 Boko-Haram-Kämpfer

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Der Einsatz war ein Vergeltungsangriff nach der bisher tödlichsten Attacke von Boko Haram auf die tschadische Armee.

(Foto: REUTERS)

Vor rund zwei Wochen haben islamistische Kämpfer einen Armeestützpunkt im Tschad überfallen und mehr als 90 Soldaten getötet. Nun übt die tschadische Armee Vergeltung und tötet rund 1000 Boko-Haram-Kämpfer.

Die Armee des Tschad hat nach eigenen Angaben während eines zehntägigen Antiterror-Einsatzes rund 1000 Kämpfer von Boko Haram getötet. Bei den Gefechten gegen die islamistische Terrormiliz in der Tschadsee-Region seien auch 52 Soldaten gestorben, teilte der Armeesprecher Azem Bermendoa Agouna mit. 

Nach Angaben von Agouna handelte es sich bei der Armeeoffensive um einen Vergeltungsschlag, nachdem Boko Haram am 23. März mehr als 90 tschadische Soldaten getötet hatte. Damals sagte Staatschef Idriss Déby, es sei das erste Mal gewesen, dass sein Land im Kampf gegen Boko Haram "so viele Männer verloren hat". Er hatte zuvor den Stützpunkt auf der Halbinsel Boma am Tschadsee besucht, der von den Dschihadisten attackiert worden war.

Das See-Gebiet grenzt an den Nordosten Nigerias sowie an den Niger und an Kamerun. Wie im Tschad terrorisiert Boko Haram auch in diesen Ländern seit Jahren die Bevölkerung mit Überfällen und Anschlägen. Ziel der Extremisten ist eine strenge Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Bei Angriffen der Gruppe wurden seit 2009 mehr als 20 000 Menschen getötet, rund 2,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht vor der Gewalt.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/AFP