Politik

"Planbarkeit ist wichtig" Spahn offen für längere Weihnachtsferien

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Spahn zeigt sich offen für eine Verlängerung der Weihnachtsferien.

(Foto: picture alliance/dpa)

NRW-Ministerpräsident Laschet liebäugelt wegen der Corona-Pandemie mit einer Verlängerung der Weihnachtsferien um zwei Tage. Parteikollege Spahn zeigt sich der Idee gegenüber aufgeschlossen. Kurz vor dem Fest sei Planbarkeit für Familien wichtig, so der Gesundheitsminister.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich offen für den Vorschlag von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, die Weihnachtsferien früher zu starten, um Infektionen vor dem Fest zu verringern. "Das ist sicherlich ein Teil der Debatte, auch für Montag oder auch für die Folgewochen", sagte Spahn im "ntv Frühstart" mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen in der kommenden Woche. Für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig. "Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben."

Laschet hatte eine Verlängerung der Weihnachts-Schulferien in NRW ins Spiel gebracht - und im Gegenzug zwei schulfreie Tage weniger an Karneval. Ein früherer Ferienbeginn könne in Erwägung gezogen werden, "um Familien mit mehreren Generationen ein unbeschwerteres Weihnachtsfest zu ermöglichen, wenn die Corona-Fallzahlen im Dezember weiter auf einem hohen Niveau bleiben sollten", sagte der CDU-Politiker in einer Videoschalte mit Lesern des "Kölner Stadt-Anzeigers". Konkret würde das bedeuten, dass die Ferien in NRW nicht erst am 23. Dezember, sondern schon am 21. Dezember beginnen würden.

Für größere Feiern in der Weihnachtszeit sieht Spahn allerdings keinen Spielraum. Es werde in den kommenden Monaten sicher keine Veranstaltungen mit "mehr als zehn, zwanzig Teilnehmern" geben. "Die große Hochzeitsfeier, die große Geburtstagsfeier, auch die große Weihnachtsfeier, das muss ich jetzt ehrlicherweise sagen, das sehe ich im Dezember und auch im Winter insgesamt nicht", sagte Spahn ntv.

Ähnlich äußerte sich auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. "Weihnachten wird nicht so wie in den vergangenen Jahren", sagte Ziemiak in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland". "Die nächsten Wochen und Monate, das werden jetzt die schwierigsten sein. Aber es gibt Grund zur Hoffnung, dass diese Zeit absehbar ein Ende haben wird."

Ob die Politik für Weihnachten bestimmte Regeln und Kontakt- oder Reisebeschränkungen plane, wollte Spahn nicht sagen. Auch zum Fest sollten die "AHA"-Regeln eingehalten und viel gelüftet werden. "Das braucht es nicht nur auf Arbeit, in Bus und Bahn, sondern eben auch im familiären, im privaten Bereich."

Positiv reagierte Spahn auch auf den Vorstoß seiner Kabinettskollegin, Bildungsministerin Anja Karliczek, die Maskenpflicht auf alle Schulen auszuweiten. Er wisse, dass Masken im Unterricht belastend seien. "Die Alternative ist in vielen Regionen, die Schulen zu schließen. Und ich bin sehr sicher, wenn die Wahl ist Maske tragen oder keine Schule, dann lieber Maske tragen." Eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen werde ebenfalls ein Thema bei der Ministerpräsidentenrunde am Montag sein, so Spahn.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP