Politik

Calviño löst Versprechen ein Spanische Ministerin lehnt Foto nur mit Männern ab

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Auch Bilder wie dieses bei einem Treffen der Eurogruppe in Berlin im September 2020 könnten Calviño dazu bewogen haben, ihr Gleichberechtigungs-Versprechen für Fotos abzugeben.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa/POOL)

Die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño löst ein Gleichberechtigungs-Versprechen ein. Als sie als einzige Frau auf ein Foto mit Männern soll, verlässt sie das Bild. Sie erntet viel Zuspruch, der Präsident eines spanischen Unternehmerverbandes tut die Aktion indessen als "Getue" ab.

Die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño hat bei einem Managerforum ein Gruppenfoto verweigert, weil sie auf dem Bild die einzige Frau gewesen wäre. Für diese ungewöhnliche Aktion zugunsten von Gleichberechtigung in der Wirtschaftswelt wurde die 53-Jährige im Netz, von Aktivistinnen und Aktivisten und auch von Kolleginnen in der linksgerichteten Regierung gelobt - von Spitzenunternehmern wurde sie aber scharf kritisiert. "Das ist doch nur Getue", sagte der Präsident des spanischen Unternehmerverbandes CEOE, Antonio Garamendi, vor Journalisten in Madrid.

In einem Fernsehbericht ist zu sehen, wie sich Calviño mit mehreren Männern für ein Foto positioniert. Als sie offenbar merkt, dass sie die einzige Frau ist, verlässt sie das Bild und winkt ab. Einen Moment später kommt das Foto dann doch noch zustande - mit einer weiteren Frau im Bild.

Mit ihrer Weigerung löste Calviño im "Madrid Leaders Forum" ein Versprechen ein, das sie im Februar gegeben hatte. Die erste Stellvertreterin von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte damals angekündigt, dass sie nie wieder ein Foto machen oder an Debatten teilnehmen werde, bei denen sie die einzige Frau sei. "Wir können es nicht länger als normal ansehen, dass 50 Prozent der Bevölkerung bei solchen Events nicht anwesend sind", betonte sie.

"Bravo!", twitterte die bekannte Journalistin und Anwältin Ainhoa Martínez, und die Ministerin für Gleichberechtigung Irene Montero schrieb im sozialen Netzwerk: "Gut gemacht, Vizepräsidentin!". Garamendi meinte aber: "Wichtig ist, dass die Gleichberechtigung in den Unternehmen herrscht, und nicht auf den Fotos." Im CEOE seien die Frauen in der Mehrheit, "rund 65 Prozent", beteuerte er.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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