Politik

Mysteriöser Tod in Argentinien Staatsanwalt Nisman wurde ermordet

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Alberto Nisman - seit rund drei Jahren wird über die Umstände seines Todes gestritten.

(Foto: AP)

656 Seiten hat ein argentinischer Bundesrichter im Fall Nisman zusammengetragen. Er ist sicher: Der Staatsanwalt, der gegen die damalige Präsidentin Kirchner ermittelte, wurde ermordet. Einem Vertrauten und vier weiteren Männern wird der Prozess gemacht.

Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod eines Staatsanwalts in Argentinien geht die Justiz sicher von Mord aus. Bundesrichter Julian Ercolini kam zu dem Ergebnis, dass der im Januar 2015 durch einen Kopfschuss getötete Staatsanwalt Alberto Nisman nicht durch eigene Hand gestorben sei. Beihilfe zum Mord wird Nismans früherem Mitarbeiter Diego Lagomarsino vorgeworfen, der sich deshalb nun vor dem Gericht verantworten muss.

Der angeklagte Lagomarsino soll Nisman die Pistole geliehen haben, durch deren Kugel dieser starb. Nach Darstellung Lagomarsinos bat Nisman ihn um die Waffe, um sich selbst und seine Familie damit zu schützen. Er behauptet weiterhin, der Staatswanwalt habe Selbstmord begangen. Zusätzlich eröffnete der Richter ein Verfahren gegen vier Männer, die im Auftrag der Polizei Nisman schützen sollten. Sie müssen sich wegen Pflichtverletzung und eines schweren Falles von Strafvereitelung verantworten.

Kurz vor seinem Tod hatte Nisman die damalige Staatspräsidentin Cristina Fernández de Kirchner beschuldigt, die Rolle des Iran beim Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 verschleiert zu haben. Nisman starb einen Tag, bevor er seine Vorwürfe vor dem Kongress erläutern sollte. Fernández legte damals nahe, dass es sich um Suizid handelte. Das schriftliche Dossier, das mit Nismans Leiche gefunden wurde, könnte nachträglich manipuliert worden sein.

Ex-Präsident Kirchner bereits verklagt

Bereits im vergangenen Jahr empfahl ein in dem Fall ermittelnder Staatsanwalt, den Fall als Morduntersuchung zu behandeln. Richter Ercolini betonte nun in seinem 656-seitigen : "Nismans Tod kann kein Selbstmord gewesen sein." Dafür gebe es hinreichende Beweise. Lagomarsino ist nicht in Untersuchungshaft, er muss allerdings eine Fußfessel tragen und darf das Land nicht verlassen. Sein Vermögen von 818.000 US-Dollar wurde eingefroren.

Fernández, die nun als Abgeordnete im Senat sitzt, wurde zuletzt wegen Landesverrats angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, sich hinter den Kulissen dafür eingesetzt zu haben, dass der Iran mit dem Attentat auf das jüdische Gemeindehaus, bei dem 85 Menschen starben, nicht in Verbindung gebracht wird. Damit soll sie versucht haben, die Verbindungen zum Iran zu normalisieren und im Jahr 2013 ein Handelsabkommen mit dem Land zu erzielen. Die Führung in Teheran hat eine Verwicklung in den Anschlag bestritten.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa

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