Politik

"Thanks, but no tanks" Stadt Washington gegen Trumps Panzer-Parade

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Die Demokraten werfen Trump vor, den Unabhängigkeitstag zu politisieren.

(Foto: Reuters)

Eigentlich will US-Präsident Donald Trump bei den Feierlichkeiten zum 4. Juli dick auffahren, auch aus militärischer Sicht. Während seiner Rede soll die National Mall mit Panzern gesäumt sein. Die Stadtverwaltung von Washington D.C. sieht das nicht gern.

Die Stadtverwaltung von Washington D.C. hat US-Präsident Donald Trumps Pläne für die Feierlichkeiten zum 4. Juli durchkreuzt. Sie stellt sich gegen die Pläne des Präsidenten, Panzer für seine Rede vom Lincoln Memorial aus auffahren zu lassen. "Wir haben es zuvor gesagt und wir werden es wieder sagen: Danke, aber keine Panzer", twitterte die Stadtverwaltung leicht ironisch. Dazu veröffentlichte sie ein Memorandum aus dem Büro des Verteidigungsministeriums, in dem die Zeile "Nur Fahrzeuge mit Rädern, keine Panzer" hervorgehoben ist.

Trump hatte angekündigt, bei den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten am 4. Juli Panzer in der National Mall ausstellen zu wollen. "Wir werden draußen Panzer stationiert haben", sagte er laut der Zeitung "The Hill" am Montag während der Unterzeichnung eines Gesetzentwurfs im Oval Office. "Man muss ziemlich vorsichtig mit den Panzern sein, denn die Straßen haben die Tendenz, schwere Panzer nicht zu mögen. Deshalb müssen wir sie in bestimmte Bereiche stellen."

Dass die Straßen schwere Panzer nur ungern tragen, sieht die Stadtverwaltung offenbar genauso. Deshalb weist sie mit dem Schreiben aus dem Verteidigungsministerium noch einmal darauf hin, dass Panzer schon bei der Planung der Parade des Veteranen-Tags in Washington im vergangenen November abgelehnt wurden - mit der Begründung, dass Schäden an der lokalen Infrastruktur minimiert werden müssten. Für den Unabhängigkeitstag wird sich diese Einschätzung offensichtlich nicht ändern.

Ein bisschen militärisches Spektakel hat Trump aber trotzdem noch in der Hinterhand. Das Innenministerium hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass während der Feierlichkeiten ein Überflug der Navy-Kunstflugstaffel Blue Angels stattfinden soll. Auf Twitter versprach Trump zudem "die größten Feuerwerke jemals".

Gegner lassen Baby-Trump steigen

Viele Demokraten und Beamte vor Ort kritisieren laut "The Hill", dass Trump den Unabhängigkeitstag und das Militär politisch instrumentalisiere. Trump-Gegner kündigten deshalb eine Protestveranstaltung an, bei der sie einen aufblasbaren Baby-Trump steigen lassen wollen.

Seit Trump im Jahr 2017 beim französischen Nationalfeiertag in Paris teilgenommen und dort eine Militärparade beobachtet hat, wünscht er sich eine solche auch in der US-Hauptstadt. Die "Washington Post" berichtet, die für vergangenes Jahr geplante US-Militärparade hätte rund 92 Millionen Dollar gekostet. Die Pläne seien aber gestoppt worden, als die Kosten bekannt wurden. 

Es ist ungewöhnlich, dass der Präsident sich bei den Feierlichkeiten auf der National Mall in Washington am Unabhängigkeitstag an die Bevölkerung wendet. Schon im Februar hatte Trump in einer Twitter-Nachricht an seine Anhänger geprahlt, die Feier werde "eine der größten Zusammenkünfte in der Geschichte Washingtons" werden - inklusive "einer Ansprache Ihres Lieblingspräsidenten, mir".

Quelle: ntv.de, ftü/dpa