Politik

Außenminister stoppt Buchwerbung Steinmeier ist in Anzeige schon Präsident

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Als Bundespräsident gewählt ist Frank-Walter Steinmeier noch nicht.

(Foto: AP)

"Das aktuelle Buch des künftigen Bundespräsidenten" – so wird das neueste Werk von Frank-Walter Steinmeier in einer Zeitungsanzeige angepriesen. Tatsächlich ist der Außenminister bisher aber nur Kandidat für das Amt. Das sorgt für Ärger.

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Außenminister Frank-Walter Steinmeier will eine Werbeanzeige für sein Europa-Buch stoppen lassen. Das berichtet der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf das Umfeld des SPD-Politikers. In der Anzeige, die unter anderem in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" abgedruckt wurde, wird Steinmeiers Werk als "das aktuelle Buch des künftigen Bundespräsidenten" beworben. Steinmeier ist Kandidat der großen Koalition für das Amt des Bundespräsidenten. Ob er aber tatsächlich zum neuen Staatsoberhaupt gewählt wird, entscheidet die Bundesversammlung im Februar.

Der Außenminister soll von der Formulierung in der Werbung nichts gewusst haben. Aus seinem Umfeld wurde nun versichert: "Der Anzeigentext war nicht abgestimmt. Der Verlag ist gebeten worden, diesen Text nicht mehr zu verwenden."

Der Verlag Ecowin verteidigte sich. Der Verlag habe Steinmeier die Anzeige vor ihrer Veröffentlichung zur Ansicht geschickt, sagte Ecowin-Sprecher Dirk Rumberg der "Bild"-Zeitung und der "B.Z.". "Selbstverständlich schicken wir unseren Autoren unsere Anzeigen zur Kenntnis zu. Das ist auch bei Frank-Walter Steinmeier passiert. Ob er sie angeschaut hat, wissen wir nicht." Der Text sei im Verlag entstanden, er sei "eine selbstverständlich verkürzte Werbebotschaft".

Dass Steinmeier in der Anzeige schon jetzt als künftiges Staatsoberhaupt angepriesen wird, löste Kritik aus. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch nannte das respektlos. Steinmeier glaube wohl, Kanzlerin Angela Merkel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hätten ihn zum Staatsoberhaupt ausgerufen - und pfeife auf die Bundesversammlung, twitterte Bartsch.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa