Politik

Lästern über Kohl Strauß' Briefe an Schalck veröffentlicht

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Am Rande der Leipziger Messe treffen sich Strauß (l) und Schalk-Golodkowski in Leipzig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Deal zwischen Strauß und Schalck-Golodkowski verhindert 1983 den Bankrott der DDR. Wie es zum Milliardenkredit für Honecker kam, macht nun das Bundesarchiv öffentlich. Zu Tage kommen dabei auch Spitzen gegen politische Weggefährten.

Um das Verhältnis des langjährigen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß zum DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski ranken sich viele Mythen. Nun veröffentlicht das Bundesarchiv Korrespondenzen und Vermerke aus den Jahren 1982/84. In ihnen ist laut "Spiegel" nachzulesen, wie der CSU-Chef den Milliardenkredit westdeutscher Banken an die DDR einfädelte - und über politische Weggefährten lästerte.

So sagte er über seinen Dauerrivalen Helmut Kohl dem Bericht zufolge, der Kanzler sei "wie ein Pudding, wenn man ihn festnageln will, rutscht alles herunter". Das Kanzleramt unter Kohl sei ein "schlecht organisiertes Chaos", in dem jeder mache, was er wolle. Nach einem Streit mit Kohl habe er Schalck-Golodkowski berichtet,  er habe dem Kanzler "den Rat gegeben, es ausnahmsweise mal damit zu versuchen, das zu tun, was ich anrate, statt das Gegenteil".

Schalck-Golodkowski galt als eine der schillerndsten DDR-Persönlichkeiten. Er hatte 1983 mit Strauß einen Mark-Milliardenkredit für die DDR ausgehandelt. Das Geschäft bewahrte die DDR vor dem Staatsbankrott. Strauß starb im Oktober 1988, Schalck-Golodkowski im Juni 2015.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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