Politik

Ufo macht Druck Streik bei der Lufthansa noch in diesem Jahr

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Streiks noch in diesem Jahr: Der Tarifstreit zwischen Ufo und Lufthansa eskaliert erneut.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Kabinengewerkschaft Ufo bereitet Streiks bei der Lufthansa vor. Obwohl für Januar ein Schlichtungsgespräch auf dem Plan steht, soll der Streik noch in diesem Jahr stattfinden. Die genauen Zeiten will Ufo am Freitagabend mitteilen.

Nach der vorerst ergebnislosen Tarifschlichtung bei der Lufthansa erhöht die Kabinengewerkschaft Ufo den Druck auf das Unternehmen und bereitet Streiks für die nächsten Tage vor. Das geht aus einer Information an die Mitglieder hervor. Der Streik solle noch in diesem Jahr stattfinden, bestätigte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies. Ufo möchte am Freitag um 17 Uhr auf dem Youtube-Kanal der Gewerkschaft über die konkreten Zeiten des Streikaufrufs informieren. Die Gewerkschaft teilte ihren Mitgliedern mit, es habe über die Weihnachtsfeiertage weitere Versuche der Schlichter für kurzfristige Lösungen gegeben. Diese Versuche seien erfolglos geblieben. Die Lufthansa wollte sich zunächst nicht äußern.

Schon vor Weihnachten hatte Ufo betont, der nächste Streikaufruf könne auch über die Feiertage jederzeit erfolgen. Es sei lediglich klar, dass bis einschließlich dem zweiten Weihnachtsfeiertag nicht gestreikt werde, sagte Baublies. Aufrufe für spätere Zeiträume seien aber möglich.

Schlichtungsgespräch im Januar: "Das schiebt nichts auf"

Lufthansa wollte die erneuerte Drohung vor Weihnachten nicht kommentieren. Eine Sprecherin verwies darauf, dass beide Seiten Stillschweigen über den Inhalt der Gespräche vereinbart hätten. Die beiden Schlichter - der frühere Chef der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise, und der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck - hätten zudem die Tarifparteien zu einem weiteren Schlichtungsvorgespräch Anfang Januar eingeladen. An dem Gespräch werde die Ufo teilnehmen, kündigte Baublies an. "Das schiebt aber nichts auf."

Die Parteien können sich bislang nicht einmal über den Umfang der Schlichtung einigen. Dem Vernehmen nach verlangt Ufo neben etlichen Tarifthemen zu Lohn, Zulagen und Arbeitsbedingungen einen Schlussstrich unter die harte Strategie, mit der Lufthansa die kleine Spartengewerkschaft in den vergangenen Monaten bekämpft hatte. Dazu gehörten mögliche Schadenersatzforderungen, Kündigungen und interne Personalverfahren gegen Ufo-Funktionäre. Das Unternehmen hatte zwischenzeitlich auch eine Klage verfolgt, mit der Ufo die Gewerkschaftseigenschaft abgesprochen werden sollte.

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen. Beide Seiten betonen immer wieder, eine möglichst umfassende Einigung mit einer Vielzahl tariflicher Themen anzustreben.

Auf Grundzüge hatte man sich bereits im November bilateral geeinigt, war dann aber im gegenseitigen Misstrauen doch nicht zueinander gekommen. In der Zwischenzeit wurde Lufthansas Personalvorständin Bettina Volkens abberufen, die für einen moderateren Kurs mit der Ufo stand. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Rücknahme von Kündigungen und Klagen gegen frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder sowie eine Aufarbeitung des heftigen Konflikts der vergangenen Monate.

Quelle: ntv.de, mau/dpa