Politik

Mysteriöse Explosion aufgeklärt Syrische Luftabwehrrakete trifft Zypern

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Das Militär räumt Trümmerteile der Explosion weg.

(Foto: REUTERS)

Der Krieg in Syrien bedroht die Nachbarstaaten im östlichen Mittelmeer: Nach Einschätzung der Behörden im türkischen Teil Zyperns geht die rätselhafte Explosion in den Bergen bei Nikosia auf einen Fehlschuss der syrischen Luftabwehr zurück.

Über Nord-Zypern ist offiziellen Angaben zufolge eine fehlgeleitete Rakete abgestürzt. Der militärische Flugkörper habe in der Nacht zum Montag die dicht besiedelte Hauptstadt Nikosia überflogen und sei im Bergland in 20 Kilometern Entfernung aufgeschlagen, teilten Behörden der Türkischen Republik Nordzypern mit.

Am Ort des Einschlags brach demnach ein Feuer aus. Menschen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden. Experten des türkischen Militärs sicherten die Einschlagsstelle ab und bargen einzelne Wrackteile. Die Rakete sei vermutlich bei den Kämpfen im syrischen Bürgerkrieg eingesetzt worden, hieß es. In der Nacht sollen israelische Kampfjets unbestätigten Angaben zufolge Ziele in Syrien angegriffen haben.

Es ist das erste Mal, dass Zypern von den Kämpfen in Syrien erfasst wurde, betonte ein Sprecher. Nach einer ersten Bewertung handele es sich wohl um eine Luftabwehrrakete russischer Bauart, teilte der Außenminister der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, Kudret Ozersay, mit.

Gestützt auf die im Netz kursierenden Aufnahmen vom Einschlagsort gingen Militärexperten davon aus, dass es sich bei dem Geschoss um eine Luftabwehrrakete vom Typ S-200 gehandelt haben dürfte. Die Rakete sei Teil der Luftabwehr, hieß es auch auf türkischer Seite. Die Rakete sei vermutlich bei einem Luftschlag gegen Syrien gestartet worden. Syrischen Medienberichten zufolge flog die israelische Luftwaffe in der Nacht tatsächlich einen Angriff gegen Ziele in Syrien. Das syrische Militär setzte demnach Boden-Luft-Raketen ein.

Die Reichweite der rund sieben Tonnen schweren und bis zu 5700 Stundenkilometer schnellen S-200-Abwehrraketen liegt bei knapp 300 Kilometern. Bei einem dieser Geschosse könnte der vorgesehene Selbstzerstörungsmechanismus versagt haben, spekulierten Beobachter. Am Ende ihrer Flugbahn könnte eine solche Rakete dann tatsächlich auf Zypern eingeschlagen sein.

Der laute Donnerschlag, der die Bevölkerung der Mittelmeerinsel in der Nacht aus dem Schlaf riss, wäre demnach auf den mitgeführten Sprengkopf zurückzuführen. In der Spitze einer S-200-Rakete sind früheren Berichten zufolge rund 220 Kilogramm Sprengstoff verbaut.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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