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Dutzende Tote in Homs Syrische Miliz bekennt sich zu Anschlägen

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Nahe der vom IS befreiten Stadt Al-Bab starben am Freitag mehr als 70 Menschen bei einem Anschlag.

REUTERS

Nur einen Tag nach einem verheerenden Anschlag nahe des syrischen Al-Bab gibt es ein weiteres Attentat: In Homs sprengen sich mehrere Selbstmordattentäter in die Luft. Mehr als 40 Menschen sterben.

Die Terrormiliz Fateh al-Scham hat sich zu den Anschlägen in der syrischen Stadt Homs mit mehr als 40 Toten bekannt. Fünf Selbstmordattentäter hätten die Gebäude der syrischen Staatssicherheit und des Militärgeheimdienstes in Homs attackiert, erklärte die Miliz. Dabei seien mehr als 40 Menschen getötet worden, darunter auch der Chef des Militärgeheimdienstes in Homs, Hassan Daabul.

In Homs, der Hauptstadt der gleichnamigen zentralen Provinz in Syrien, waren am Morgen mehrere Selbstmordanschläge verübt worden. Die Attentäter sprengten sich vor den Gebäuden der Staatssicherheit und des Militärgeheimdienstes in zwei Innenstadtvierteln in die Luft. Die Gruppe Fateh al-Scham hieß früher Al-Nusra-Front und war der syrische Ableger des Al-Kaida-Netzwerks.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden mindestens 42 Menschen getötet. "Es gab mindestens sechs Attentäter, mehrere von ihnen haben sich vor den Sitzen der Staatssicherheit und des Militärgeheimdienstes in die Luft gesprengt", sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die in London ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien, von unabhängiger Seite sind ihre Angaben kaum zu überprüfen.

Provinzgouverneur Talal Barasi sprach von 30 Toten und 24 Verletzten. Das syrische Staatsfernsehen nannte zunächst keine genaue Opferzahl. Es bestätigte aber den Tod von Geheimdienstchef Daabul, der ein enger Vertrauter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad war. Homs wurde lange von Rebellen kontrolliert, steht seit 2014 aber wieder unter der Kontrolle der Regierungstruppen.

US-General besucht Syrien

Mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer nach einem Selbstmordanschlag nahe der ehemaligen IS-Hochburg Al-Bab auf 77 gestiegen. Die am Freitag bei einem Rebellenstützpunkt nordwestlich der Stadt gezündete Autobombe habe 41 Zivilisten getötet, berichtete die syrische Beobachtungsstelle. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte die Tat für sich reklamiert. Syrische Rebellen waren mit Unterstützung der Türkei am Donnerstag in das Stadtzentrum von Al-Bab vorgestoßen und hatten die Stadt anschließend für befreit erklärt.

Derweil besuchte US-General Joseph Votel nach Angaben syrischer Rebellen das Bürgerkriegsland. Der Oberbefehlshaber des US-Zentralkommandos, der die US-Streitkräfte im Nahen Osten befehligt, führte bei dem Besuch am Freitag Gespräche mit Vertretern der von den USA unterstützten kurdisch-arabischen Rebellenallianz Demokratische Kräfte Syriens (SDF), wie ein Sprecher mitteilte. Es war sein erster Besuch seit der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump im Januar. Das US-Verteidigungsministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Besuch. Der SDF-Sprecher wertete die Zusammenkunft als "Bestätigung für die US-Unterstützung für unsere Truppen".

Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa

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