Politik

380 Mal in Überwachungszone Taiwan fühlt sich von Chinas Jets bedroht

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Taiwans Militär trainiert regelmäßig den Ernstfall.

(Foto: REUTERS)

1949 sagt sich Taiwan von China los. Seitdem rechnet der demokratisch regierte Staat permanent mit einer Invasion des Festlands. Flugmanöver der Volksrepublik sollen Druck auf das Land machen. Die Jets kommen 2020 mehrere Hundert Mal der Insel sehr nah.

Chinesische Kampfflugzeuge sind nach Angaben der Regierung in Taipeh im vergangenen Jahr so oft wie nie zuvor in Taiwans Luftraumüberwachungszone eingedrungen. Insgesamt seien 380 Fälle verzeichnet worden, in denen chinesische Jets in die Überwachungszone geflogen seien, sagte der Sprecher des taiwanischen Verteidigungsministeriums, Shih Shun-wen. Dies stelle eine "Bedrohung für die Sicherheit der Region und unserer Nation" dar.

China verfolge mit den Flügen das Ziel, das Militär Taiwans zu "testen", die Luftverteidigung des Landes unter Druck zu setzen und den Luftraum für Taiwans "eigene Aktivitäten zu verengen", sagte Shih. Das mit der taiwanischen Armee verbundene Institut für nationale Verteidigung und Sicherheitsforschung erklärte gleichzeitig in einem Bericht, chinesische Jets seien im vergangenen Jahr an mindestens 110 Tagen näher an Taiwan herangeflogen und dabei vielfach in die Luftraumüberwachungszone eingedrungen.

Im demokratischen Taiwan, das sich 1949 von China losgesagt hat, wird permanent mit einer chinesischen Invasion gerechnet. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit Gewalt. Seit der Wahl der Unabhängigkeitsverfechterin Tsai Ing-wen zur Präsidentin im Jahr 2016 hat Peking den diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Taiwan noch verstärkt.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP