Politik

Proteste in über 50 Städten Tausende Schüler demonstrieren für Klimaschutz

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Protestierende Schüler in der Innenstadt von Bonn.

picture alliance/dpa

Um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen, lassen bundesweit zehntausende Jugendliche den Unterricht sausen und gehen auf die Straße. Vorbild der jungen Demonstranten ist eine 16-jährige Schwedin.

Tausende Schüler und Studierende haben in mehr als 50 deutschen Städten für mehr Klimaschutz demonstriert. Auf ihren Transparenten stand: "Warum lernen ohne Zukunft?", "Opa, was ist ein Schneemann?" und "Das Klima ist aussichtsloser als unser Mathe-Abi". Die Schülerorganisatoren gehen davon aus, dass mehr als 25.000 Demonstranten während der Unterrichtszeit auf die Straße gingen. In Freiburg, wo nach Angaben der Organisatoren die meisten demonstrierten, waren es laut Polizeiangaben rund 3500. 

"Wir wollen nicht nur zusehen, wie hier im Landtag oder anderswo debattiert und über unsere Köpfe hinweg entschieden wird", sagte der 17 Jahre alte Schüler Moritz in Kiel. "Wir wollen unsere Zukunft mitgestalten und sichern, damit es auch in 60 Jahren noch eine Welt für uns zum Leben gibt."

Schüler schwänzen für Proteste Unterricht

Unter dem Motto #FridaysForFuture demonstrieren Jugendliche weltweit seit Wochen für Klimaschutz. Die Schüler aus Deutschland organisieren sich vor allem über WhatsApp-Gruppen. Beteiligt ist beispielsweise die Umweltschutzorganisation BUNDjugend. Das Vorbild der Demonstranten ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz zu diesem Streik aufgerufen hatte. Sie demonstriert freitags seit 22 Wochen.

Die Teenager schwänzen die Schule, um zu protestieren. Das hat zu Diskussionen unter Lehrern und Schuldirektoren über mögliche Schulverweise geführt. Diese findet der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, "sinnlos", wie er dem Bayerischen Rundfunk sagte. "Das ist was Positives! Ich freue mich, wenn sich Schüler politisch engagieren." Falls Jugendliche an seinem Gymnasium streikten, müssten sie den verpassten Unterricht nachholen - in Form von Diskussionsrunden über den Klimaschutz.

Die Grünen-Abgeordnete Beate Walter-Rosenheimer sagte zum Streik: "Die Bundesregierung muss nun endlich ihren Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise erfüllen. Das bedeutet einen Ausstieg aus der Braunkohle sowie einen Umstieg auf saubere Mobilität." Und: "Auch die Interessen junger Menschen müssen von der Bundesregierung ernst genommen werden und in politische Entscheidungen einfließen."

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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