Politik

Nach ICE-Schuss auf AutofahrerinTausende bei Demonstrationen gegen US-Einwanderungsbehörde

11.01.2026, 01:55 Uhr
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Der ICE-Schuss fiel in Minneapolis - wo sich der Protest auf der Straße besonders deutlich zeigt. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Nachdem die US-Einwanderungsbehörde ICE eine Frau in ihrem Auto erschießt, kommt es in mehr als 1000 Orten in den USA zu Protestmärschen. US-Vizepräsident JD Vance verteidigt den Schützen und verspricht ihm Immunität.

In Minneapolis haben tausende Menschen gegen die tödlichen Schüsse eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Autofahrerin demonstriert. Sie riefen den Namen von Renee Good, die am Mittwoch erschossen wurde, und forderten ICE auf, die Stadt zu verlassen. Laut Organisatoren waren landesweit mehr als 1000 Proteste geplant.

Der Protestteilnehmer Drew Lenzmeier sagte, er habe sich der Protestaktion in Minneapolis angeschlossen, weil er das Gefühl habe, "dass uns unsere Rechte genommen werden und wir uns zu einer autoritären Diktatur entwickeln". Niemand hindere die Trump-Regierung daran, "Bürger zu ermorden, zu bestehlen und Menschen zu entführen. Es ist Zeit, damit aufzuhören", forderte der 30-jährige Demonstrant.

In Philadelphia beteiligten sich Menschen trotz des Regens an einem Protestmarsch vom Rathaus zur örtlichen ICE-Zentrale. Auch in New York, Washington und Boston schlossen sich zahlreiche Menschen den Protesten an. Weitere Demonstrationen waren für Sonntag geplant.

US-Regierung verteidigt Beamten

Am Mittwoch hatte ein ICE-Beamter in Minneapolis der 37-jährigen Autofahrerin Renee Nicole Good in den Kopf geschossen, nachdem ihr Wagen angeblich die Straße blockiert hatte und zunächst von ICE-Kräften umringt worden war. Als die Beamten auf das Auto zugingen und die Tür öffnen wollten, versuchte die Fahrerin wegzufahren. Ein ICE-Mitarbeiter feuerte daraufhin drei Schüsse ab. Der SUV geriet außer Kontrolle und krachte in parkende Autos.

Die US-Regierung erklärte, die Frau habe versucht, "ihren Wagen als Waffe zu verwenden" und Polizisten zu töten. Deshalb habe die Polizei aus Notwehr geschossen. US-Vizepräsident JD Vance sicherte dem Schützen "absolute Immunität" zu. Laut Gerichtsakten, aus den US-Medien zitieren, war der Schütze im Juni bei einem anderen ICE-Einsatz gegen Migranten von einem Auto mitgeschleift worden.

Quelle: ntv.de, bho/AFP

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