Politik

"Umfairteilen" ist angesagt Tausende fordern Gerechtigkeit

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In Frankfurt am Main.

(Foto: dpa)

In Zeiten von Euro-Krise und Rettungsschirmen sollen die Reichen stärker zur Kasse gebeten werden. Das fordert die Aktion "Umfairteilen". In 40 Städten gehen Demonstranten auf die Straße. Die größte Kundgebung mit 7000 Teilnehmern findet in Hamburg statt. Auch in Bochum, Berlin, Frankfurt am Main, Köln und Bremen waren es Tausende.

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Vor der Zentrale der Deutschen Bank AG.

(Foto: dapd)

Unter dem Motto "Umfairteilen - Reichtum besteuern" haben Tausende für eine gerechtere Verteilung von Vermögen in Deutschland demonstriert. Die Veranstalter sprachen von mehr als 40.000 Teilnehmern bei den Kundgebungen in 40 Städten. Schätzungen der Polizei fielen deutlich niedriger aus.

Zu den zentralen Forderungen der Aktion gehören eine dauerhafte Vermögenssteuer, eine einmalige Vermögensabgabe und die wirksame Bekämpfung von Steuerflucht. Die Kundgebungen wurden unter anderem von der Gewerkschaft Verdi, den Globalisierungskritikern von Attac und der Arbeiterwohlfahrt organisiert. Auch Grünen-Chefin Claudia Roth warnte zur Aktion vor einem zunehmenden Auseinanderdriften der Gesellschaft und forderte eine Vermögensabgabe.

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Die Linke tritt vor dem Bundesfinanzministerium in Berlin an.

(Foto: dpa)

In Bochum demonstrierten nach ersten Polizeiangaben rund 4000 Menschen, die Veranstalter sprachen von 6000 Teilnehmern. In Hamburg zählten sie 7000 Demonstranten, während die Polizei auch hier von weniger Teilnehmern sprach. In Berlin und Frankfurt bezifferten die Veranstalter die Teilnehmerzahl auf jeweils 5000. In Berlin zählten zu den Demonstranten auch Vertreter der Linken-Parteispitze wie Gregor Gysi und Gesine Lötsch.

"Steuerzahler sichern Vermögen der Reichen"

"Die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte verfügen über 53 Prozent des gesamten Reichtums. Die untere Hälfte dagegen hat nichts", sagte Hamburgs DGB-Chef Uwe Grund bei der Kundgebung am Rathaus.

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, forderte in der Bankenstadt Frankfurt, dass die Vermögenden stärker bei der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise zur Kasse gebeten werden. Die Steuerzahler hätten die Rettungsschirme bezahlt und damit die Vermögen der Reichen überhaupt erst gesichert. "Es ist an der Zeit, dass diejenigen, die davon profitiert haben, jetzt auch ihren Beitrag leisten", sagte Bsirske.

Grünen-Chefin Roth kritisierte, immer mehr Menschen würden abgehängt, während die Gruppe der Reichen nicht ausreichend in die Verantwortung für das Gemeinwohl genommen werde. "Wir brauchen deshalb endlich eine Vermögensabgabe", sagte sie in Berlin. "Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe Vermögender immer mehr privates Kapital anhäuft, während Schwimmbäder schließen müssen oder kommunale Krankenhäuser keine ordentlichen Gehälter mehr zahlen können."

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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