Politik

"FDP muss vielfältiger werden" Teuteberg will keine "Sonderpogramme Ost"

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Fast 93 Prozent der Delegierten wählen Teuteberg zur neuen FDP-Generalsekretärin. Nun will sie die Partei breiter aufstellen.

(Foto: dpa)

Die FDP will neue Wählerschichten erschließen. Dazu will die neue Generalsekretärin Teuteberg die Partei breiter aufstellen. Zudem soll sie bei ihren politischen Zielen konkreter werden. Spezielle Wohltaten für Ostdeutschland lehnt sie ab.

Die neue FDP-Generalsekretärin, Linda Teuteberg, will die Partei personell breiter aufstellen. "Um mehr Menschen anzusprechen und zu erreichen, wollen wir selbst vielfältiger werden", sagte sie auf dem Parteitag der Liberalen. "Vor allem müssen wir das auch in unserem Reden und Handeln zeigen." Es müsse deutlich gemacht werden, "weshalb wir die richtige Partei sind für alle Menschen - ob Hauptschüler oder Doktorandin, ob Arzt oder Pfleger, ob Gründerin oder arbeitende Mutter", forderte Teuteberg. "Hier müssen wir konkret werden." Die Liberalen seien die Partei "für alle Menschen, die sich selbst eine bessere Zukunft gestalten wollen".

In diesem Zusammenhang mahnte die aus Brandenburg stammende Teuteberg auch einen fairen Umgang mit den Ostdeutschen an. "Sonderprogramme" für Ostdeutschland, wie andere Parteien sie forderten, seien "der falsche Weg". Der Osten brauche keine "milden Gaben", sondern das Gleiche wie der Rest der Republik, nämlich "eine neue Politik". Auch eine "Ostquote" etwa für Führungsposten in Bundesbehörden, für die Linken-Politiker plädieren, lehnte Teuteberg ab.

Im Herbst stehen in drei ostdeutschen Bundesländern Landtagswahlen an. Sowohl in Teutebergs Heimatland Brandenburg als auch in Sachsen und Thüringen kämpfen die Liberalen um das Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde. Aktuell sind sie in keinem der Landesparlamente vertreten. Teuteberg war auf dem Parteitag mit 92,8 Prozent der Stimmen zur neuen Generalsekretärin gewählt worden. Sie folgt auf Nicola Beer, die FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl ist und zu einer von drei Vizevorsitzenden der Partei gewählt wurde.

In ihrer Bewerbungsrede am Freitag plädierte Teuteberg dafür, dass die FDP sich Debatten "unerschrocken" stellt. Auch "schwierige Begriffe" dürfe die Partei nicht einfach anderen überlassen - als Beispiele nannte Teuteberg die Worte "Feminismus" und "Heimat". Sie bezeichnete die FDP als "optimistischste" aller Parteien. Nach der Wahl der Parteispitze setzt die FDP ihren Parteitag mit Debatten über sensible Themen wie den Klimaschutz und die Förderung der Frauen fort. Umstritten - vor allem unter den Frauen in der FDP - ist die Frauenpolitik. Die FDP will für Frauen attraktiver werden. Nur gut ein Fünftel der knapp 65.000 Parteimitglieder ist weiblich.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa

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