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Dienstag, 13. März 2018

Seitenhiebe auf Trump?: Tillerson: "Kehre ins Privatleben zurück"

Mit teils bebender Stimme verabschiedet sich der geschasste US-Außenminister Tillerson von der amerikanischen Öffentlichkeit. Er rechnet nicht mit dem Präsidenten ab - doch Seitenhiebe lassen sich heraushören.

US-Außenminister Rex Tillerson hat sich nach seinem Rauswurf von seinen Mitarbeitern in aller Welt verabschiedet. Er werde noch am Dienstag die Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter John Sullivan übergeben und bis zu seinem endgültigen Ausscheiden Ende März mit seinem designierten Nachfolger bei der Amtsübergabe zusammenarbeiten, sagte Tillerson in Washington.

Tillerson wirkte bei seinem Abgang getroffen und enttäuscht.
Tillerson wirkte bei seinem Abgang getroffen und enttäuscht.(Foto: AP)

"Ich kehre jetzt ins Privatleben zurück", erklärte er mit zeitweise bebender Stimme. Er nannte die Fortschritte in der Korea-Politik als eine der größten Errungenschaften seiner wenig mehr als ein Jahr dauernden Amtszeit als US-Chefdiplomat. Tillerson betonte die Notwendigkeit, in der Diplomatie mit Partnern zusammenzuarbeiten. "Die Führungsstärke der USA beginnt mit der Diplomatie", sagte Tillerson und fügte hinzu: "Nichts ist möglich ohne Partner und Verbündete."

Er betonte zudem Werte, die er im Ministerium gepflegt habe, wie den fairen Umgang miteinander. Er erwähnte Spitzendiplomaten, die an gefährlichen Orten ihren Dienst verrichten. "Die Welt braucht selbstlose Anführer wie sie", sagte Tillerson. Solche, die bereit seien "mit langjährigen Verbündeten und neuen Partnern zusammenzuarbeiten."

Die US-Führung beginne mit Diplomatie, so der scheidende Außenminister. "Das Lohnende an funktionierender Führung und Partnerschaften ist, dass man tatsächlich etwas erreichen kann", sagte er. Beobachter hörten hier Seitenhiebe auf Trump heraus, der Verbündete befremdet hat und mit seiner "America-First"-Strategie eine unilaterale Außenpolitik verfolgt.

Tillerson erklärte, der Präsident habe ihn "um Mittag herum" aus der Präsidentenmaschine Air Force One angerufen. Damit bestätigte Tillerson, dass Trump zunächst via Twitter und dann vor Journalisten über die Personalie sprach, bevor er den Betroffenen selbst informierte.

Quelle: n-tv.de