Politik

Beschuss im Grenzgebiet Tote bei Feuergefechten in Kaschmir

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Im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs trauern Angehörige um einen Jungen, der bei einem indischen Angriff getötet wurde.

(Foto: AP)

An der Demarkationslinie in Kaschmir stehen sich zwei riesige, atomar bewaffnete Armeen gegenüber. Nach den jüngsten Zwischenfällen üben die Militärs trotz des unabsehbaren Risikos einer Eskalation keine Zurückhaltung. Bei Angriffen über die Demarkationslinie hinweg sterben sieben Zivilisten.

Inmitten der neuen Spannungen zwischen Indien und Pakistan sind bei Feuergefechten im Grenzgebiet Kaschmirs mindestens sieben Zivilisten getötet und zehn weitere verletzt worden. Im indischen Teil der Konfliktregion seien eine 24 Jahre alte Frau und ihre beiden Kinder ums Leben gekommen, teilte ein Sprecher der indischen Polizei mit. Der Vater sei schwer verletzt worden.

Durch pakistanischen Beschuss habe es zudem sieben weitere Verletzte auf indischer Seite gegeben, hieß es in Medienberichten. Im pakistanischen Teil Kaschmirs seien ein Junge getötet und drei weitere Menschen verletzt worden, teilten pakistanische Sicherheitskräfte mit.

Die Armeen der verfeindeten Nachbarn hatten seit Freitag immer wieder an verschiedenen Stellen über die De-facto-Grenze zwischen den von beiden Ländern jeweils kontrollierten Teilen Kaschmirs geschossen. Die Spannungen zwischen den beiden Atommächten hatten sich in den vergangenen Tagen zugespitzt.

Russland will Indien mit Militärtechnik ausstatten

Nachdem Indiens Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanischem Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan nach eigenen Angaben am Mittwoch zwei indische Kampfflugzeuge ab. Ein indischer Pilot, der gefangen genommenen worden war, wurde am Freitag freigelassen und den indischen Behörden an einem Grenzübergang übergeben.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen beide Länder Kaschmir für sich - sie kontrollieren jeweils einen Teil. Die heutigen Atommächte führten bereits zwei Kriege um das Himalaya-Tal.

Unterdessen verabredeten Indien und Russland, militärisch enger zu kooperieren. Nach einem Telefonat des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu mit seiner Kollegin Nirmala Sitharaman hieß es der Agentur Interfax zufolge, es sei darüber diskutiert worden, wie sich die Zusammenarbeit beider Militärs und bei der Militärtechnik weiter entwickeln könnte. Russland will Indien mit seinem modernen Luftabwehrsystem S-400 ausstatten. In dem Konflikt zwischen Indien und Pakistan hatte Moskau beide Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa